Montag, 22. Februar 2010

Kool Savas

Gegen zwei Uhr legt der Star-Gast endlich los
wj Aurich. Für den Star-Gast des Abends mussten die Besucher der „Supreme Night“, die in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag in der Auricher Stadthalle über die Bühne ging, sehr lange ausharren. Als Rapper Kool Savas und sein DJ Sir Jai endlich mit ihrer Show loslegten, war gerade zwei Uhr durch. Trotzdem dürften die gut 1500 HipHop-Fans angesichts des üppigen Rahmenprogramms voll auf ihre Kosten gekommen sein. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 22. Februar 2010)

Samstag, 20. Februar 2010

KINO - IN MEINEM HIMMEL



wj Aurich. Weil sie „nur“ brutal vergewaltigt, jedoch von ihrem Peiniger nicht umgebracht worden war, äußerte ein Polizist gegenüber dem Opfer Alice Sebold, im Prinzip hätte sie ja nochmal „Glück gehabt“. Genau so - im englischen Original kurz „Lucky“ - lautete dann auch der Titel ihres Debütromans, mit dem sie ihren schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten versuchte. Es wurde ebenso ein Bestseller wie das 2002 erschienene Nachfolgewerk „In meinem Himmel“, das jetzt von Peter Jackson („Herr der Ringe“) verfilmt worden ist.

Erzählt wird darin die Geschichte der 14-jährigen Susie Salmon (Saoirse Ronan). Die lebt Anfang der 70er Jahre mit ihren Eltern und ihren beiden Geschwistern in einem verschlafenen Städtchen im US-Bundesstaat Pennsylvania. Abgesehen von den üblichen kleineren Reibereien geht es innerhalb der Familie ausgesprochen harmonisch zu. Eines Tages nimmt Susie auf dem Rückweg von der Schule eine Abkürzung durch ein Maisfeld. Dort begegnet sie ihrem Nachbarn George Harvey (Stanley Tucci). Der lockt das Mädchen in einen unterirdischen Bunker, den er nach eigenem Bekunden extra für die Kinder gebaut hat. Susie bekommt ein mulmiges Gefühl und will nach Hause gehen. Doch George lässt sie nicht. Inzwischen machen sich die Eltern allmählich Sorgen, wo ihre Tochter so lange bleibt. Die kehrt kurz darauf zwar wieder in das Elternhaus zurück, findet es aber leer vor. Als sie im ersten Stock George Harvey in einer Badewanne sieht und neben ihm auf dem Waschbecken ihr Armband sowie eine blutige Rasierklinge erblickt, begreift sie, dass sie von ihrem Nachbarn umgebracht worden ist. Susie befindet sich in einer Art Zwischenhimmel. Während sie nach wie vor mitkriegt, was auf der Erde passiert, können die Menschen dort sie nicht sehen, sondern haben allenfalls ab und an eine diffuses Ahnung, Susies Geist wäre irgendwie noch da. Ihre Leiche bleibt einstweilen verschwunden und ihr Mörder weiterhin auf freiem Fuß. Ohnmächtig muss Susie nun mit ansehen, wie ihre Familie wegen ihres Verschwindens mehr und mehr verzweifelt und daran zu zerbrechen droht. Unterdessen hält George Harvey schon nach seinem nächsten Opfer Ausschau...
Selbst wenn die literarische Vorlage zu „In meinem Himmel“ häufig sehr ins Kitschige abdriftet, bleibt der Roman trotzdem stets packend, weil es Alice Sebold exzellent gelingt, aus der Perspektive der ermordeten Protagonistin in die Psyche ihrer Figuren einzudringen und diese offen zu legen. Das passiert in der Verfilmung viel zu selten. Die Darsteller haben kaum Gelegenheit, ihre Charaktere zu vertiefen. Sobald das ansatzweise geschieht, meint Peter Jackson mit aufwendigen Spezialeffekten, spektakulären Kamerafahrten oder besonders geistreichen Überblenden aufwarten zu müssen, um die ohnehin bereits in der Geschichte enthaltene Symbolträchtigkeit zusätzlich zu untermauern. Angesichts der sensiblen Thematik mutet das bisweilen an wie der berühmt-berüchtigte Elefant im Porzellanladen. Wie so oft wäre hier weniger eindeutig mehr gewesen. Außerdem konnte sich der Regisseur offensichtlich nicht entscheiden, ob sein Streifen eher ein Mystery-Film oder ein Thriller werden sollte. Zumindest etwas entschädigt werden die Kinozuschauer dank überdurchschnittlich gut agierender Schauspieler. Speziell Nachwuchsstar Saoirse Ronan und der in dieser Rolle für einen „Oscar“ in der Kategorie als bester Nebendarsteller nominierte Stanley Tucci liefern eine absolut brillante und sehenswerte Leistung.
(Ostfriesische Nachrichten vom 20. Februar 2010. Trailer: Paramount)

Freitag, 19. Februar 2010

Kabarett Leipziger Pfeffermühle

Bisweilen hart am Thema vorbei gekalauert
wj Aurich. Kies, Knete, Kohle, Moos, Moneten, Mäuse, Zaster, Asche, Schotter – es gibt zahllose Synonyme für jenes kostbare Gut, von dem einige wenige viel zu viel, die meisten von uns jedoch in der Regel viel zu wenig haben. Die Rede ist natürlich vom lieben Geld. Auch die „Leipziger Pfeffermühle“ hat sich dieses Themas angenommen und in einem Programm mit dem hintersinnigen Titel „Krötenwanderung“ verarbeitet. Am vergangenen Mittwochabend gastierte das traditionsreiche sächsische Kabarettensemble vor rund 200 Zuschauern in der Auricher Stadthalle. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 19. Februar 2010)

Montag, 15. Februar 2010

Michael Jackson Tribute-Show

Reminiszenz an den King of Pop 
wj Emden. Der König ist tot, es lebe der König!. Seit der „King of Pop“ Michael Jackson am 25. Juni 2009 starb, ist er zumindest durch seine Musik lebendiger denn je und lässt fleißig die Kassen klingeln. Allein die erst im letzten Herbst in den Kinos angelaufene Dokumentation „This is it“ hat inzwischen weltweit über 200 Millionen Dollar eingespielt. Auch etwas abbekommen von diesem großen Kuchen möchte eine Tribute-Show namens „Jacko“, die seit Ende Dezember 2009 durch Europa tourt und am vergangenen Freitag in der Nordseehalle Station machte. Zwar kamen lediglich etwa 500 Zuschauer nach Emden. Aber die meisten von ihnen hatten besonders im zweiten Teil der Show jede Menge Spaß.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 15. Februar 2010)

Samstag, 13. Februar 2010

KINO - THE WOLFMAN




wj Aurich. Als Benicio del Toro gerade die Rolle des verwegenen südamerikanischen Revolutionärs Che Guevara spielte, soll er so wild ausgesehen haben, dass irgend jemand die Idee hatte, der Mann würde bestimmt auch einen prima Werwolf abgeben. Herausgekommen ist mit „The Wolfman“ nun ein Film, der sich nicht bloß vom Titel her eng an den gleichnamigen Horror-Klassiker mit Lon Chaney aus dem Jahre 1941 orientiert.

Die Geschichte spielt im viktorianischen England des Jahres 1891. Der renommierte Shakespeare-Darsteller Lawrence Talbot (Benicio Del Toro) kehrt nach vielen Jahren das erste Mal seit seiner Kindheit auf das Landgut seiner Familie nach Blackmoor zurück. Die Sache hat allerdings keinen erfreulichen Hintergrund. Sein Bruder ist während einer Vollmondnacht spurlos verschwunden. Dessen Verlobte Gwen Conliff (Emily Blunt) bittet Lawrence um Hilfe bei der Suche. Unglücklicherweise kommt er zu spät. Der Bruder wird tot aufgefunden. Sein Körper ist entsetzlich entstellt und zerfetzt, fast so, als wäre er von einem Wahnsinnigen oder einem wilden Tier angefallen worden. Schnell gerät ein Tanzbär der ganz in der Nähe am Waldesrand lagernden Zigeuner in Verdacht. Auch Lawrence stellt hier seine ersten Nachforschungen an und erlebt eine böse Überraschung. Bevor er Näheres in Erfahrung bringen kann, wird das Lager von irgendetwas angegriffen. Eine mysteriöse Bestie richtet dort ein wahres Blutbad an. Zwar wird Lawrence ebenfalls attackiert und schwer verletzt. Aber wie durch ein Wunder überlebt er den Angriff. Bald ist er wieder wohl auf und zeigt sich fest entschlossen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Sein Vater Sir John Talbot (Anthony Hopkins) erweist sich ihm als keine große Hilfe. Der verhält sich dem Sohn gegenüber merkwürdig verschlossen und fremd. Allmählich begreift Lawrence warum. Denn der Schlüssel zum Geheimnis liegt in seiner eigenen Familie verborgen. Als erneut eine Vollmondnacht hereinbricht, bekommt er das buchstäblich leibhaftig am eigenen Körper zu spüren....

„The Wolfman“ in der Fassung von 2010 ist ein routiniert inszenierter Horrorfilm, der im positiven wie im negativen Sinne die Erwartungen erfüllt. Weil sich Handlung im Wesentlichen an die Vorlage von 1941 hält, bietet sie kaum Spielraum für Überraschungsmomente. Im Prinzip weiß man von Anfang an, wie die Geschichte am Ende ausgehen wird. Optisch ist der Streifen natürlich entsprechend den heutigen technischen Möglichkeiten aufgepeppt und mit rasant geschnittenen Action-Szenen angereichert worden. Insgesamt hält sich aber auch das in ebenso überschaubaren Grenzen wie die dezent eingestreuten Schock- und Splatter-Effekte. Von den Schauspielern liefert insbesondere Anthony Hopkins in der Rolle des mysteriös-maliziösen Gutsherrn einmal mehr eine glänzende darstellerische Leistung ab. Aber auch das war ja irgendwie zu erwarten. Wer den eher gemütlichen Gruselhorror der guten alten Schule mag, wird in und mit „The Wolfman“ sicherlich trotzdem voll auf seine Kosten kommen.
(Ostfriesische Nachrichten vom 13. Februar 2010. Trailer: Universal)

Samstag, 6. Februar 2010

KINO - ZEITEN ÄNDERN DICH


wj Aurich. Als eine Männerzeitschrift im Februar 2009 die „100 Unsexiest Women of the World“ kürte, landete er direkt vor Angela Merkel auf Rang 13. Schlagzeilen wie diese ist Skandal-Rapper Bushido gewohnt. Ob die nun negativ oder positiv ausfallen, kümmert ihn dabei herzlich wenig. Aus seiner Biografie „Zeiten ändern dich“, die im Herbst 2008 auf Anhieb von Null an die Spitze der „Spiegel“-Bestsellerliste geschossen war, haben Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel („Der Baader Meinhof-Komplex“) jetzt einen Kinofilm gedreht. Die Hauptrolle durfte Bushido gleich selber übernehmen.
(Komplette Kritik in den Ostfriesischen Nachrichten vom 06. Februar 2010. Trailer: Constantin)