Mittwoch, 31. März 2010

KINO - EINE ZAUBERHAFTE NANNY

wj Aurich. Eine Kartoffelnase und eine Vogelnestfrisur, zwei haarige Warzen, eine einzige Augenbraue über die ganze Stirn und ein wie ein Grabstein hervor stehender Zahn – was ihr Aussehen betrifft, ist Nanny McPhee auf den ersten Blick so etwas wie ein hässlicher Gegenentwurf zu Mary Poppins. Ihrer Popularität tut das offensichtlich keinen Abbruch. Aktuell stürzt sich das von Emma Thompson gespielte Kindermädchen in seinem nunmehr zweiten Kinofilm „Knall auf Fall in ein neues Abenteuer“.

Während sich ihr Ehemann im Krieg befindet, ist die junge Mutter Mrs. Green (Maggie Gyllenhaal) völlig überfordert und mit ihren Kräften beinahe am Ende. Einerseits soll sie den Betrieb in einem kleinen Krämerladen aufrecht erhalten und parallel dazu ihre hochverschuldete Farm vor dem Ruin retten. Andererseits hat sie drei Kinder, um die sie sich kümmern muss. Und ihr ständig zu Schabernack und Streichen aufgelegter Nachwuchs macht ihr das Leben nicht unbedingt gerade leichter. Als wenn das nicht genug wäre, reisen mit Nichte Celia (Rosie Taylor-Ritson) und Neffe Cyril Gray (Eros Vlahos) zwei reichlich verzogene Dauergäste an, die von ihren Eltern auf das Land geschickt worden sind, weil in London die Bomben fallen. Wirklich friedlich geht es auf der Farm allerdings unterdessen auch nicht zu. Die bodenständigen Bauernkinder und die eingebildeten Schnösel aus der großen Stadt kriegen sich mächtig in die Haare. Wie gut, dass eines stürmischen Abends plötzlich Nanny McPhee (Emma Thompson) vor der Tür. Die erkennt sofort, was zwischen den Cousinen und Cousins los ist und konfrontiert sie mit ihren berühmten Leitsatz: „Wenn ihr mich braucht, mich aber nicht wollt, dann muss ich bleiben. Wenn ihr mich wollt, mich aber nicht mehr braucht, dann muss ich gehen.” Anschließend chlägt sie ihren Stock auf den Boden und statt sich gegenseitig zu prügeln, fangen die Kinder auf einmal an, sich selber zu hauen. Tatsächlich wird der Streit dadurch irgendwann beigelegt. Doch auf die Nanny und die Kinder warten noch einige weitere schwere Herausforderungen.....

Die Figur der Nanny McPhee basiert auf einer Kinderbuchserie, die die britische Schriftstellerin Christianna Brand in den 60er und 70er Jahren veröffentlicht hat. Bei ihr heißt das Kindermädchen „Nurse Mathilda“. Emma Thompson war dermaßen fasziniert von den Stoff, dass sie nicht nur die Hauptrolle spielen wollte, sondern zudem sich selber auch gleich noch ihre eigenen Drehbücher geschrieben hat. Wie schon in der ersten Verfilmung, agiert die Schauspielerin im zweiten Teil erneut mit viel Hingabe und Leidenschaft. Der „große Knall“, den wohl auch der englische Originaluntertitel „Big Bang“ suggerieren soll, ist der Streifen jedoch bei weitem nicht. Abgesehen von ein paar netten Slapstick-Gags, wirkt der Erzählstil oft zu plakativ, weswegen sich die Geschichte insgesamt zu sehr in Klischees verstrickt. Angesichts der hochkarätigen Besetzungsliste (neben Emma Thompson spielen u.a. Ewan McGregor, Ralph Fiennes, Rhys Ifanes mit) hätte man da durchaus ein bisschen mehr erwarten können.
(Ostfriesische Nachrichten vom 3. April 2010. Trailer: Universal)

Sonntag, 28. März 2010

"Frogfly" Sieger bei "Ostfriesland rockt"

Nachwuchs lässt wieder einmal aufhorchen
wj Aurich. Die Auricher Alternative-Rocker von „Frogfly“ haben am vergangenen Sonnabend in der Auricher Stadthalle den alljährlichen Band-Contest „Ostfriesland rockt“ gewonnen. In einem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld mit fünf Gruppen aus Aurich, Leer und Emden setzten sie sich am Ende durch und dürfen jetzt beim nächsten „Omas Teich Festival“ auftreten. Bei der Abstimmung floss neben dem Votum der rund 500 Zuschauer, die per Stimmzettel ihre Favoriten wählen konnten, in diesem Jahr erstmals auch die Entscheidung einer Fachjury mit ein. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 29. März 2010)

Freitag, 26. März 2010

KINO - DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT


wj Aurich. Ihre bis dato bekannteste Schöpfung sind die Zeichentrickfiguren „Lilo & Stitch“. Die haben Chris Sanders und Dean DeBlois ursprünglich für den „Disney“-Konzern entwickelt. Weil sie sich in ihrer Kreativität zu sehr eingeschränkt fühlten, sind die beiden Filmanimatoren inzwischen zum Konkurrenten „Dreamworks“ gewechselt. Nun haben sie auch dort mit „Drachenzähmen leicht gemacht“ ihr erstes umfangreicheres Projekt vorgelegt.

Schauplatz des Geschehens ist die entlegene Wikingerinsel Berk. Deren Bewohner haben ein kleines Ungezieferproblem. Dass heißt, genau betrachtet ist das Problem doch nicht ganz so klein. Die Wikinger müssen ihre Heimat vor wilden Drachen beschützen, die ihnen das Leben zur Hölle machen und ständig das Vieh rauben. Auch der schmächtige Teenager Hicks ist zunächst Feuer und Flamme für die Drachenjagd. Unglücklicherweise hat er bloß zwei linke Hände im Umgang mit Waffen. Weil sein Vater niemand Geringeres ist als Haudrauf, das Oberhaupt des Wikingerstammes und zudem ein berühmter Drachenjäger, darf der Junge sehr zum Leidwesen einiger Kameraden auf der Drachenschule nun ebenfalls die raue Kampfkunst der Wikinger erlernen. Ehe der Knirps den Unterricht antreten kann, wird sein Dorf erneut von einer wilden Drachen-Armada angegriffen. Hicks, der ein überaus pfiffiger und begeisterter Tüftler ist, sieht seine Chance gekommen, endlich einmal einen Drachen zu fangen, um so die Ehre seines Vaters zu retten. Mit viel Mut und Köpfchen gelingt es ihm, einen „Nachtschatten“, die laut Lehrbuch mit Abstand gefährlichste Drachenart, abzuschießen. Allerdings bringt es Hicks nicht übers Herz, das verletzte und völlig verängstigte Tier zu töten und freundet sich sogar mit ihm an. Er weiß, dass er damit so ziemlich alle bisherigen Regeln und Erkenntnisse völlig auf den Kopf stellt: Ein Wikinger, der einen Drachen zum Freund hat? Das verstößt genau gegen jene Tradition und Ehre, die Haudrauf und seinen Kriegern beim Donner von Thor über alles gehen…

Bei einem schmächtigen Wikingerjungen der seine körperlichen Defizite mit einer entsprechenden Portion Grips erfolgreich zu kompensieren versteht, da denken wir in Deutschland automatisch an die Zeichentrickserie „Wickie“. Tatsächlich verfolgt „Drachenzähmen leicht gemacht“ von der Grundidee her einen ähnlichen Ansatz, nämlich dass es manchmal ratsamer ist, inne zu halten und ein bisschen nachzudenken, bevor man blindwütig einfach so drauflosschlägt. Nichtsdestotrotz kann der 3-D animierte Streifen auch mit jeder Menge Tempo und Action aufwarten. Schon zu Beginn wird gar nicht erst lange gefackelt und praktisch ohne größere Umschweife gleich mal ein ordentliches Inferno entfacht. Zwischendurch gibt es immer wieder rasante Flugeinlagen durch neblige und zerklüftete Felsenlandschaften, die selbst in 2-D genauso plastisch wirken wie die verschiedenen schillernd bunten Drachenarten. Zum Ende hin geht es mit viel Feuer und Flamme dann noch einmal buchstäblich richtig heiß zur Sache.
(Ostfriesische Nachrichten vom 27. März 2010, Trailer: Dreamworks)

Montag, 22. März 2010

Paul Panzer "Endlich Freizeit"

Wenn der Besuch im Darkroom in die Hose geht
wj Aurich. „Ne wat fürn Stretz aber auch!“ Paul Panzer, seines Zeichens Komödiant mit leichtem Sprachfehler und noch leichter reizbarem Nervenkostüm, kann sich selbst in seiner Freizeit kaum entspannen. Also hat er umgehend ein neues Programm daraus gemacht. Am vergangenen Sonntag gastierte er unter dem Motto „Endlich Freizeit – was fürn Stress“ in der Sparkassen Arena und provozierte bei den rund 2000 Zuschauern eine Lachattacke nach der anderen.

Der Freizeitstress fängt für den armen Paul Panzer schon innerhalb der eigenen Familie an. Das Sofa vor dem Fernseher wird im Regelfall von seinem übergewichtigen Sohn Bolle frequentiert. Der ist dermaßen bewegungsfaul, dass er bereits das Drücken der DVD-Fernbedienung als eine reine Zumutung empfindet. Den einzigen Weg, den er freiwillig geht, führt von Sofa auf kürzester Distanz direkt hin zum Kühlschrank. „Den Weg mussten wir schon dreimal nachfliesen“, meint Paul Panzer zu den wohl nicht unbeträchtlichen Folgeschäden.

Seine „Olle“ Hilde vermag ihrem Gatten das Zusammenleben nicht unbedingt wesentlich angenehmer zu gestalten, zumal es mit ihren Kochkünsten nicht weit her zu sein scheint. Als sie darüber nachdenkt, sich für die Fernsehsendung „Kochduell“ zu bewerben, kontert Paul jedenfalls trocken: „Hilde, dat heißt: 'Kochduell' und nich: 'Koch, ich ergebe mich!“. Abgesehen davon ist Frau Panzer gerade voll auf dem Bio-Trip, was ihrem Gemahl ebenso wenig gefällt. „Wenn deine Frau auf Bio ist, hast du die Ereigniskarte gezogen“, erklärt Panzer und liefert prompt den passenden Text dazu: „Gehen Sie nicht über Los! Begeben Sie sich direkt aufs Klo!“ Der Hirsekuskusbrei, der alles andere als vertrauenserweckend geschweige denn lecker aussieht, verleitet ihn zu der spontanen Nachfrage: „Wer hat das vor mir im Mund gehabt?“ Und beim Ingwertee will er lieber vorher noch einmal genau prüfen, ob Hilde die dazugehörige Wurzel nicht wieder wie neulich mit getrocknetem Hundekot verwechselt hat. Ohnehin sind die zumeist in erdigen Tarnfarben gehaltenen Bioprodukte Paul Panzer bereits im Rohzustand höchst verdächtigt. „Wenn ein Fisch die Farbe hat, schmeißt du ihn weg“, so der Komödiant.

Ein Gang in ein „Fitnetzstudio“ hat sich für Paul Panzer auch ziemlich schnell erledigt. Die Leute dort verstehen einfach keinen Spaß. Gut, schwitzende Muskelprotze mit der Frage, ob sie an beiden Armen gleichzeitig von Wespen gestochen worden wären, zu konfrontieren, ist vielleicht nicht die schlaueste Art, um eine gepflegte Konversation unter gestandenen Männern zu starten. Aber unser Paul Panzer ist ja „schüschologisch“ geschult und begegnet dem sich ihm bedrohlich nähernden Pulk aus hochgradig verärgerten „Botzdi“-Buildern, die sich zu allem Überfluss als Mitglieder eine „Hells Angels“-Clique entpuppen, mit den Worten: „Pass auf Mädels....“ Die erwünschte deeskalierende Wirkung bleibt allerdings irgendwie aus. Im Nachhinein kann sich Paul Panzers Arzt dann nur wundern, wie die Hantel den Weg zwischen die Lungenflügel seines Patienten gefunden haben mag.

Gleichermaßen komplett in die Hose geht ein Besuch in einem zwielichtigen Etablissement namens „Sodom und Angora“ (oder so ähnlich) auf der Hamburger Reeperbahn. Zum Glück hat Paul Panzer seinen getreuen Dobermann-Rottweiler-Mischling Mäuschen als Begleitung dabei, als er sich in einen „Darkroom“ verirrt. Nachdem er vergeblich den Lichtschalter und Ausgang gesucht hat, wird er im Dunkeln plötzlich von jemanden angesprochen, der meint , er würde jetzt seine Hose öffnen wollen. Zu dumm nur, dass der Mann Mäuschens Maulkorb erwischt und auf äußerst schmerzhafte Weise erfahren muss, wie der verwirrte Hund offensichtlich davon ausgeht, es wäre Fütterungszeit. „Mäuschen steht nun einmal auf Würstchen“, erklärt Paul Panzer, der seinem vor panischer Angst schreiendem Gegenüber gerne geholfen hätte. „Bloß wat willste machen, wenn du den Lichtschalter nicht findest?“

Doch wie und wo kann man denn nun tatsächlich am besten seine Freizeit verbringen? Den geringsten Stress verursacht nach Ansicht von Paul Panzer immer noch das Sofa in den heimischen vier Wänden. Mit dem neudeutschen Begriff „Chillen“ lässt sich hier passive Teilnahmslosigkeit inzwischen sogar in eine vermeintlich wichtige Aktivität umwandeln. Wenn der kleine Paul früher seiner Mutter erzählt hat, er würde auf dem Sofa sitzen, meinte sie immer nur: „Junge, nun beweg' dich mal ein bisschen.“ Heute sagt er stattdessen: 'Mama, ich chille!', woraufhin sie meistens verständnisvoll antwortet: 'Oh, da will ich lieber nicht stören.“

Nichtsdestotrotz hat der vergangene Sonntagabend glasklar gezeigt, dass der Besuch eines Live-Auftritts von Paul Panzer durchaus eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung sein kann. Von den Bauchmuskeln über das Zwerchfell bis hin zu den Tränenkanälen muss sich der Körper zwar einigen sehr harten und extremen Belastungstests unterziehen. Aber dahinter steckt ein positiver Stress, dem sich gewiss jeder gerne hingibt.
(Ostfriesische Nachrichten vom 23. März 2010)

Sonntag, 21. März 2010

"Hoog Foor"-Theater zeigt: "Dat Verlegenheitskind"

Ein paar Baustellen gibt es noch
wj Wiegboldsbur. Not macht bekanntlich erfinderisch - erst recht wenn es darum geht, den stetigen Durst auf ein paar schöne gepflegte Bierchen zu stillen. So ist „Dat Verlegenheitskind“ aus dem gleichnamigen Lustspiel von Jens P. Asmussen zunächst nur ein reines Fantasieprodukt, das dann aber für seinen Erfinder plötzlich doch ziemlich real wird. Derzeit zeigt die Theatertruppe „Hoog Foor“ eine Inszenierung dieses Stückes, die in der Wiegboldsburer Turnhalle aufgeführt wird. Am Sonnabend war Premiere.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 23. März 2010)

Freitag, 19. März 2010

Heinz Rudolf Kunze und Purple Schulz unplugged

Die Kunst des Weglassens zelebriert
wj Aurich. Fans akustischer „Unplugged“-Musik kommen in Aurich derzeit voll auf ihre Kosten. Nur acht Tage nach Stefan Gwildis waren am vergangenen Donnerstag Purple Schulz und Heinz Rudolf Kunze mit kleiner Besetzung in der Stadthalle zu Gast. Rund 400 Zuschauer erlebten ein mitreißendes Programm mit vielen gelungenen Überraschungsmomenten.
Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 20. März 2010

KINO - GREEN ZONE

Kinostart: 18. März 2010. FSK: ab 16. Dauer: 115 Min. Trailer: Universal

wj Aurich. Bereits in den letzten zwei Verfilmungen der „Bourne“-Triologie war ihre Zusammenarbeit von Erfolg gekrönt. Jetzt haben sich Superstar Matt Damon und Regisseur Paul Greengrass erneut verbündet. Herausgekommen ist mit „Green Zone“ ein Action geladener Thriller, der vor dem Hintergrund des Irak-Krieges spielt.

Bagdad, im Frühjahr 2003. US-Armee-Offizier Roy Miller (Matt Damon) und sein Team sind abkommandiert worden, um Massenvernichtungswaffen zu finden, die angeblich irgendwo in der irakischen Wüste verborgen liegen. Auf der Suche nach tödlichen chemischen Stoffen müssen die Soldaten die Sicherheit der sogenannte „Green Zone“ verlassen und geraten dadurch von einem höchst gefährlichen, mit Minen und Sprengfallen übersäten Gebiet ins nächste. Nur per Zufall stolpern sie dabei über ein raffiniertes Tarnmanöver, das jetzt das eigentliche Ziel ihrer Mission plötzlich völlig in Frage stellt. Wie sich bald zeigt, werden Miller und seine Leute von rivalisierenden CIA-Agenten zu ziemlich fadenscheinigen Einsätzen befohlen und dadurch an vorderster Front fast aufgerieben. Der US-Offizier erkennt, dass er auf eigene Faust handeln muss, wenn er die verfahrene Situation aufklären will. Mit einer Handvoll loyaler Männer beginnt er sich auf fremdem und extrem feindlichem Terrain seinen Weg zu bahnen. Ebenfalls an seiner Seite ist die Washington-Post-Korrespondentin Lawrie Dayne (Amy Ryan), die von Bagdad aus über den Irak-Krieg berichten soll. Nach und nach enthüllt sich Miller und seinen Leuten eine gefährliche und raffinierte Verschwörung in den eigenen Reihen auf. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er selbst ins Fadenkreuz seiner Widersacher gerät und zum Abschuss freigegeben wird. Miller setzt nun alles auf eine Karte. Inmitten eines brutalen Sperrfeuers beginnt ein packender Kampf um die Wahrheit - und ums Überleben...

Auf den ersten Blick weist „Green Zone“ von Paul Greengrass einige Parallelen zum gerade mit dem Oscar prämierten Drama „ Tödliches Kommando - The Hurt Locker“ von Kathryn Bigelow auf. Beide Regisseure beschränken sich nicht auf ein reines Kriegs- und Actionspektakel sondern vertreten dabei auch einen Authentizitätsanspruch, indem sie sich auf Augenzeugenberichte von Reportern berufen, die vor Ort gewesen sind. Während im Falle von „The Hurt Locker“ der als „embedded journalist“ im Irak tätige Mark Boals auch gleich das Drehbuch für den Film verfasste, diente als Basis für „Green Zone“ der vom ehemaligen Leiter des Bagdader „Washington Post“-Korrespondeten-Büros Rajiv Chandrasekaran verfasste Bestseller „Inside Iraq's Green Zone“.

Im Gegensatz zu Kathryn Bigelow hat Paul Greengrass allerdings etliche Ecken und Kanten aus seiner Vorlage glatt gebügelt mit der klaren Zielsetzung, seinem Film einem breiten Publikum schmackhaft zu machen. Einmal mehr erscheint der Protagonist hier als edler Held, der mit seinen treuen Gefährten die Welt zu retten versucht. Das bietet dann zwar eine prima Identifikationsfigur, hat aber mit Authentizität herzlich wenig zu tun. Kathryn Bigelows ist insofern wesentlich mutiger gewesen, weil ihr Film zeigt, dass die Wahrheit und der Unterschied zwischen Gut und Böse bisweilen recht kompliziert sein können. Obwohl Paul Greengrass diesen Schritt in letzter Konsequenz vermissen lässt, ist ihm trotzdem ein solider und durchaus sehenswerter Actionstreifen mit einem wieder hervorragend aufspielenden Matt Damon in der Hauptrolle gelungen. Mehr aber auch nicht.
(Ostfriesische Nachrichten vom 20. März 2010)

Donnerstag, 18. März 2010

Milow live in Aurich

Radio-Hits und Ausblick aufs neue Album
wj Aurich. Die meisten seiner Songs klingen nach gediegener Kneipen- oder Club-Atmosphäre. Aber weil es in Aurich nun einmal keine Kneipe gibt, in die 2300 Zuschauer hineinpassen würden, musste Milow eben auf die Sparkassen-Arena ausweichen. So viele Leute waren am vergangenen Mittwochabend gekommen, um den flämischen Sänger und Gitarristen mit seiner Band live auf der Bühne zu sehen. Sie erlebten einen rundum gelungenen Querschnitt, der neben den bekannten Radiohits wie „Ayo Technology“ oder „You don't know“ auch einen Ausblick auf anstehende neue Veröffentlichungen des Superstars aus Belgien enthielt. 

Bevor Milow auftrat, gab es zunächst ein nicht minder hörenswertes Vorprogramm mit dem Gitarristen und Sänger Erik Penny, der eigentlich aus Los Angeles stammt, derzeit aber in Berlin lebt. Dem Amerikaner gelang es mit ein paar eingängigen Refrains zum Mitsingen gut, das Publikum auf den Abend einzustimmen.

Eine akustische Gitarre dominiert auch viele Songs von Jonathan Vandenbroeck, wie der 1981 in Leuven geborene Milow mit bürgerlichem Namen heißt. Beim Konzert in Aurich war sie ebenfalls meistens im Vordergrund zu hören, während Keyboard und E-Gitarre der Musik dazu oft leicht sphärisch anmutende Klänge als Rahmen lieferten. Ein Bassist, der zwischen elektrischem Bass und Kontrabass wechselte, sowie ein Schlagzeuger und eine Backgroundsängerin komplettierten die Band. Dass Milow das Rad in der Popgeschichte nicht neu erfinden will und sich, wie fast alle seine Kollegen, schon mal gerne woanders bedient, daraus macht er selber gar keinen Hehl. So floss das von ihm komponierte „Canada“ nahtlos in den Refrain von Bob Geldorfs „Room 19“ („Sha la la la lee, set me free“). Ähnlich bedient sich „The Priest“ bei Bob Dylans „Knocking on heaven's door“; und zwar musikalisch wie inhaltlich. Denn in dem Lied beschreibt Milow, wie er in der Zukunft mit 68 Jahren immer noch von Zweifeln geplagt auf sein 42 Jahre währendes Leben als Priester zurückblickt und bald seinem Schöpfer gegenübertreten wird. Ohnehin scheinen die allesamt ausgesprochen gefälligen Melodien, die sich irgendwo zwischen gepflegtem Rock und Pop-Mainstream und traditionellem Singer/Songwriter-Folk bewegen, für den Belgier lediglich ein Mittel zum Zweck für das zu sein, was er in seinen Texten ausdrücken und sagen möchte. Bewegend geriet beispielsweise am Mittwochabend die Ballade „Out of my hands“, aus der eine Art Requiem für einen guten Freund geworden ist. Der starb just einen Tag bevor Milow ihn hätte kontaktieren wollte. Der Belgier hat diesen Titeln übrigens kürzlich zusammen mit der norwegischen Sängerin Marit Larsen („If a song could get me you“) noch einmal neu eingespielt.

Einen Ausblick auf sein voraussichtlich Anfang 2011 erscheinendes neues Album gab Milow am vergangenen Mittwochabend auch schon einmal. „Building Bridges“ mit einem an „Supertramp“ erinnernden Keyboard-Riff wurde vom Auricher Publikum genauso gut angenommen wie die eingangs bereits erwähnten beiden europäischen Radio-Hits. Für die ließ sich der Belgier aber rund eine Stunde Zeit, bis er mit „You don't know“ dann endlich den ersten davon spielte und beim Refrain gleich durch einen begeistert mitsingenden Zuschauerchor unterstützt wurde. Noch wesentlich stimmungsvoller sollte es bei „Ayo Technology“ werden. Für seinen bis dato größten Hit, dessen Originalversion ursprünglich eine Gemeinschaftsproduktion von Rapper „50 Cent“ mit Justin Timberlake und Timbaland war, forderte Milow die Zuschauer vehement auf, ihr Handy anzuschalten, um mit der Beleuchtung ihrer Displays ein buntes Lichtermeer zu erzeugen. „Komm schon, ich weiß dass jeder von euch post-post-modernen Kids solch ein Ding besitzt“, meinte der belgische Sänger und durfte sich anschließend tatsächlich über ein schönes Bild bestehend aus zahllosen zumeist tiefblauen Lichtpunkte freuen. Die Aktion hatte irgendwie zudem starken symbolischen Charakter. Milow präsentiert sich als jemand, der bereit ist. sich mit seiner Musik und seinen Texten, den Herausforderungen einer hypertechnisierten digitalen Welt zu stellen. Er liefert dazu Ohrwürmer mit eingängigen Refrains zum Mitsingen, die sich ideal für den Einsatz im Radio eignen. Darüber hinaus dürfen einzelne Songs aber durchaus hie und da etwas komplexer geraten. Oder die Musik wird im scharfen Kontrast dazu sparsam auf das Wesentliche reduziert. Manchmal gelingt es Milow sogar, sämtliche der drei eben genannten Komponenten in ein einziges Lied hinein zu packen.

Für zusätzliche Akzente sorgte am Mittwochabend die Band des Belgiers. So entpuppte sich Gitarrist Tom als eingefleischter Fan des deutschen Schlagers. Er spielte und sang daraufhin sehr zur Begeisterung des Auricher Publikums als Kostproben „Du“ von Peter Maffay und Nenas „99 Luftballons“ an. Auch für Schlagzeuger Freddy war es ein ganz spezieller Tag. Er hatte nämlich am Mittwoch Geburtstag, was das Auricher Publikum, nachdem es davon erfahren hatte, mit einem spontanen „Happy Birthday“-Ständchen ausgiebig feierte.
(Ostfriesische Nachrichten vom 19. März 2010)

Sonntag, 14. März 2010

"Bop Cats" im Foyer der Stadthalle

Hundert Jahre Jazz im Schnelldurchlauf

wj Aurich. Für sie hat unter anderem bereits Udo Lindenberg die Trommelstöcke geschwungen. Seit über 40 Jahren sind die Hamburger „Bop Cats“ eine feste Größe innerhalb der deutschen und europäischen Jazz-Szene. Am vergangenen Freitagabend gastierte das Quartett aus der Hansestadt in der Auricher Stadthalle. Da nur etwas gut 50 Zuschauer gekommen waren, fand das Konzert im Foyer statt.

Das Motto des Abends lautete „Von Ragtime bis Rock“. Tatsächlich unternahmen die „Bop Cats“ im ersten Teil ihres Programms den Versuch, dem Auricher Publikum Hundert Jahre Jazz-Geschichte im Schnelldurchlauf nahe zu bringen. Saxophonistin Carin Hammerbacher übernahm dabei die Rolle der Moderatorin und erzählte zwischen Hintergrundinformationen und kleine Anekdoten zu den einzelnen Stücken. Dass das ehrgeizige Vorhaben in der musikalischen Umsetzung nicht immer klappen konnte, ließ sich anhand der limitierten Möglichkeiten einer Quartett-Besetzung im Voraus erahnen. Sowohl der „Royal Garden Blues“ als Beispiel für den New-Orleans-Jazz als auch der „C-Jam Blues“ von Swing-Legende Duke Ellington wirkten ohne schlagkräftige Bläsersektion im Rücken denn auch ein wenig blutarm. Wesentlich besser lag den „Bop Cats“ hingegen die Stilrichtung, die für den Namen ihrer Band Pate gestanden hat. Beim Bebop-Klassiker„Billy's Bounce“ von Charlie Parker lieferten sowohl Carin Hammerbacher als auch Pianist Klaus Berger und Manfred Jestel am Kontrabass jeweils ein paar feine Kostproben ihrer virtuosen instrumentalen Fertigkeiten. Auffälligster Akteur war zunächst Manfred Jestel, der mit seinem Bass nicht nur den Rhythmus bestimmte, sondern parallel dazu ursprünglich für Bläser bestimmte Parts zupfte und darüber hinaus einige erstklassige Soli spielte.

In dieser Hinsicht stand Carin Hammerbacher ihrem Bassisten allerdings in Nichts nach. So wunderbar warm wie sie die Töne auf ihrem Saxophon phrasierte, da kam selbst eine ausgewiesen „coole“ Nummer wie „2 Degrees East, 3 Degrees West“ vom „Modern Jazz Quartett“ alles andere als unterkühlt rüber. Ebenfalls regelmäßige interessante Akzente setzen konnte Klaus Berger, wobei dem Mann am Klavier des Öfteren der Schalk im Nacken saß. Beispielsweise untermalte er eine Passage aus Herbie Hancocks „Cantaloupe Island“ geschickt mit Motiven aus dem Evergreen „Tennessee Waltz“. Und hier dürften sich die Geister erneut geschieden haben. Herbie Hancock als Vertreter für Jazzrock und Fusion anzuführen, ging sicherlich in Ordnung. Der Titel „Cantaloupe Island“ ist aber wohl eher noch dem modalen Jazz zuzuordnen. Eine kleine Freejazz-Einlage gaben die „Bop Cats“ ebenfalls noch zum Besten. Doch die war nicht ganz ernst gemeint und geriet sehr zur Freude und Erleichterung des Publikum nur recht kurz.

Einen würdigen Abschluss des ersten Programmteils bildete „St. Thomas“. Die 1956 von dem New Yorker Saxophonisten Sonny Rollins veröffentlichte Instrumentalnummer besitzt einen erfrischend mitreißenden „Calypso-Groove“ und beweist einmal mehr, dass Jazz von je her immer auch Weltmusik gewesen ist, und zwar lange bevor dieser Begriff überhaupt kreiert und geprägt wurde. Beim Konzert der „Bop Cats“ am Freitagabend in Aurich bot dieses Stück dem bis dahin eher zurückhaltend agierenden Schlagzeuger Leif Oestergaard die Möglichkeit, endlich seine raffinierte Schlagfertigkeit eindrucksvoll unter Beweis zu stellen.

Der zweite Teil des Abends war dann ein „richtiges Jazzkonzert“, wie sich Carin Hammerbacher ausdrückte. Weil sich in 40 Jahren Bandgeschichte einiges an Repertoire angesammelt hat, glänzten die „Bop Cats“ jedoch abermals mit einer ungemein vielfältigen Bandbreite, die von George Gershwins „Summertime“ bis hin zu Stevie Wonders „Isn't She Lovely“ reichte. Sowohl im Zusammenspiel als auch bei den ausufernden Solo-Einlagen offenbarte das Quartett aus Hamburg seine große Routine und vermochte den altbekannten Melodien oft einen eigenen Stempel aufzudrücken. Insofern ist es schade, dass bloß so wenig Leute am Freitag den Weg in die Auricher Stadthalle gefunden haben. Dieses feine Jazzkonzert hätte durchaus ein paar mehr Zuschauer vertragen können und auch verdient gehabt.
(Ostfriesischen Nachrichten vom 15. März 2010)

Präsidentenwahl beim Ostfriesischen Schützenbund

Kein Generationswechsel an der Spitze
wj Aurich. Sein Thron wackelte, kippte am Ende aber doch nicht um. Der langjährige Präsident des Ostfriesischen Schützenbundes (OSB) Gerhard Dirks (links im Bild) wurde von den Delegierten der Bundesversammlung, die sich am Sonnabend im Auricher „Ostfrieslandhaus“ trafen, für vier weitere Jahre in seinem Amt bestätigt. Während der alte und neue OSB-Präsident 134 Stimmen auf sich vereinigen konnte, votierten 66 der 204 anwesenden stimmberechtigten Schützenbrüder und -schwestern für den Gegenkandidaten Manfred Uphoff vom SV „St. Georg“ Georgsheil. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 15. März 2010)


Freitag, 12. März 2010

KINO - DIE TEUFELSKICKER

wj Aurich. Die „Wilden Kerle“ haben es vorgemacht. Jetzt kommen die „Teufelskicker“. Über eine Million Mal haben sich die Bücher und Hörspiele der gleichnamigen Serie seit dem ersten Anpfiff vor rund fünf Jahren verkauft. Pünktlich zur Einstimmung auf das Fußball-WM-Jahr darf die Truppe nun auf der großen Kinoleinwand auflaufen.

Held der Geschichte ist der zwölfjährige Moritz (Henry Horn), der gerade eine echte Pechsträne durchmacht. Zunächst versiebt er in einem Endspiel kurz vor Schluss eine glasklare Torchance und besiegelt damit die Niederlage seiner Mannschaft. Zu allem Überfluss bricht er bei seiner Aktion dem gegnerischen Torwart Mark (Tim Tröger) die Nase. Aber es kommt noch schlimmer. Nach dem Spiel muss Moritz ohnmächtig mitansehen, wie sich seine Eltern (Benno Führmann und Diana Amft) trennen. Die Mutter verlässt den Vater und quartiert sich gemeinsam mit ihrem Sohn beim kauzigen Großvater Rudi (Reiner Schöne) ein. Dessen Bemühen, für seinen Enkel den Kontakt zum örtlichen Fußballverein herzustellen, scheitert kläglich. Wortführer dort ist ausgerechnet Mark, der wegen seiner lädierten Nase logischerweise nicht gut auf Moritz zu sprechen ist und ihn infolgedessen böse abblitzen lässt. Außerdem hat Rudi zu Marks Vater (Armin Rohde), der im Verein wie auch sonst in der lokalen Politik und Wirtschaft die Strippen zieht, ohnehin nicht das beste Verhältnis. Moritz sieht nur eine Chance. Er tut sich mit einigen seiner neuen Mitschüler zusammen, um eine eigene Mannschaft auf die Beine zu stellen. In ein paar Tagen steigt wieder ein Turnier, für das er sein Team auch gleich anmeldet. Seine reichlich chaotische Truppe bis dahin auf Vordermann zu bringen, scheint allerdings ein absolut hoffnungsloses Unterfangen zu werden. Und das ist beileibe nicht seine einzige Baustelle. Weil im Anmeldeformular ein Trainer stehen soll, trägt Moritz heimlich den Namen seines Großvaters ein. Pech nur, dass Rudi seit langem von Fußball die Nase gestrichen voll hat und vermutlich nicht einverstanden sein wird. Als weiterer Problemfall entpuppt sich Catrina (Cosima Henmann). Die muss irgendwann eingestehen, dass sie die Stiefschwester von Mark ist.....

Wer die „Teufelskicker“ als billigen „Wilde Kerle“-Abklatsch einstuft, liegt völlig falsch. Neben dem Fußball schneidet Autorin Frauke Nahrgang auch immer wieder heikle Themen wie Trennung der Eltern, Arbeitslosigkeit und sogar Umgang mit dem Tod naher Angehöriger an. Trotzdem steckt in ihren Geschichten stets viel Witz und Tempo drin. Das gilt über weite Strecken auch für die Verfilmung. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die jungen Darsteller, die ausnahmslos eine exzellente Leistung abliefern und sich bemerkenswert gut in ihre jeweiligen Charaktere „hineingefühlt“ haben. Zu den szenischen Höhepunkten zählen diverse von den Kameras hervorragend eingefangene Freestyle-Einlagen, bei denen der Ball in Anlehnung an einen bekannten Turnschuh-Werbespot kreuz und quer durch die Gänge eines Einkaufszentrums jongliert wird. Dass der Streifen zwischendurch dennoch ein paar Längen aufweist, liegt hauptsächlich an den erwachsenen Schauspielern, von denen höchstens Armin Rohde halbwegs Normalform erreicht. Der Rest gibt hingegen ein eher schwaches Bild ab. Das gilt auch für die beiden Promi-Kicker Philipp Lahm und Lukas Podolski, die sich mit ihren kurzen Gastauftritten für die Besetzungsliste einer möglichen zweiten Kinoverfilmung der „Teufelkicker“ nicht unbedingt aufgedrängt haben. 
(Ostfriesischen Nachrichten vom 13. März 2010. Trailer: Universal)

Mittwoch, 10. März 2010

JT Göttingen zeigt: "Die Marquise von O."

Leidenschaftliches und intensives Kammerspiel
wj Aurich. Schüler, die dieses Werk im Unterricht als Lektüre aufgebrummt bekommen, verulken es schon mal gerne als „Markise von Null“. Dabei ist Heinrich von Kleists Novelle „Die Marquise von O.“ alles andere als lustig. Werden darin doch solch' heikle Themen wie Vergewaltigung und ungewollte Schwangerschaft behandelt. Am vergangenen Dienstagnachmittag zeigte ein Ensemble des „Jungen Theaters Göttingen“ das Stück in der Bühnenfassung von Ferdinand Bruckner. Die Inszenierung von Regisseur Alexander Krebs verlor die Originalvorlage allerdings nie komplett aus den Augen.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 11. März 2010)

Montag, 8. März 2010

FFN-Party, Arena Party und Aurich live

Reichhaltiges Angebot prima angenommen
wj Aurich. Allenthalben große Zufriedenheit herrschte bei den Organisatoren von "Aurich live", der "Arena"-Party und der "ffn"-Party mit "Morgenmän" Franky. Obwohl alle drei Veranstaltungen am Sonnabend fast zeitgleich in der Auricher Innenstadt über die Bühne gingen, war die Resonanz mit insgesamt weit über 4000 Besuchern trotzdem sehr gut. Insofern erwies sich die Befürchtung, die Partys könnten sich gegenseitig das Publikum wegnehmen, letztlich als unbegründet. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 08. März 2010)

Samstag, 6. März 2010

KINO - ALICE IM WUNDERLAND




wj Aurich. Jeder hat so seine Lieblinge. Bei Tim Burton sind es seine Gattin Helena Bonham Carter und Johnny Depp, mit denen er schon eine ganze Reihe von Filmen gedreht hat. Beide dürfen deswegen auch im neuesten Streifen des kalifornischen Kult-Regisseurs nicht fehlen. Dieses Mal wagte er sich für Disney an eine Fortsetzung des Kinderbuchklassikers „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll.

Die Geschichte spielt zu einer Zeit, als Alice (Mia Wasikowska) 19 Jahre alt ist. Die Ereignisse, die sie vor 13 Jahren im Wunderland erlebt hat, verfolgen sie zwar nach wie vor in ihren Träumen. So richtig daran erinnern kann und mag sie sich aber nicht mehr. Auf einer Gartenparty mit zahlreichen honorigen Gästen erfährt das junge Mädchen, dass sie mit einem schnöseligen Lord verlobt werden soll. Just als der Adlige um ihre Hand anhält, erspäht sie ein weißes Kaninchen und beschließt sehr zum Erstaunen der feinen Gesellschaft, dem Tier zu folgen. Sie gelangt zu einem Erdloch, in das sie hinein stolpert. Nach einem tiefen Fall landet Alice in einem Raum mit verschiedenen Türen. Ein Schlüssel passt zu einer kleinen Tür, durch die das Mädchen erst hindurch kann, wenn sie einen Trank genommen hat, der sie schrumpfen lässt. Unglücklicherweise vergisst sie dabei den Schlüssel auf dem Tisch. Um den zu kriegen, muss sie von einem Kuchen essen, der sie wieder wachsen lässt. Es braucht ein paar Versuche, bis Alice das korrekte Maß gefunden hat und die Tür passieren kann. Draußen wird sie von dem weißen Kaninchen, der Haselmaus sowie dem Zwillingspaar Diedeldum und Diedeldei (Matt Lucas) erwartet. Laut einer Prophezeiung soll Alice nämlich am Blumentag das fiese Drachenmonster Jabberwocky mit dem Schwert der Weißen Königin (Anne Hathaway) besiegen. Der Haken an der Sache ist nur, dass besagtes Schwert sich gerade in der Obhut der Roten Königin (Helena Bonham Carter) befindet. Und die regiert das Unterland, wie das Wunderland in Wirklichkeit heißt, mit eiserner Faust. Auch Alice und ihre Gefährten werden umgehend von ihren Schergen angegriffen. Auf der Flucht trifft das Mädchen die Grinsekatze, die ihr rät, den verrückten Hutmacher (Johnny Depp) aufzusuchen. Tatsächlich trifft sie ihn und macht sich gemeinsam mit ihm auf den Weg zur Weißen Königin, als plötzlich erneut etwas Unvorhergesehenes passiert...

Den knallbunten Technicolor-Charme der legendären Disney-Verfilmung von „Alice im Wunderland“ aus dem Jahre 1951 kontrastiert Tim Burton mit einer morbide angehauchten Ästhetik wie man sie bereits aus Filmen wie „Beetlejuice“ (1988) oder „Charlie und die Schokoladenfabrik“ (2005) kennt. Dieses Mal prägen karge Baumgerippe, zerfallene Ruinen, bizarre Pilze oder andere skurrile Pflanzen das Bild. Das alles versprüht eine gruftige „Gothic“-Atmosphäre, von der selbst die bleiche Weiße Königin und ihre Anhängerschaft erfasst werden. Dabei halten sich die Spezialeffekte in erstaunlich überschaubaren Grenzen. Statt auf das in den meisten Blockbuster-3-D-Trickfilmen inzwischen gängige Motion-Capture-Verfahren zu setzen, arbeitete Tim Burton lieber nach der klassischen Methode, indem er Animation und Realszenen miteinander vermischt. Im Vergleich zu anderen modernen Trickfilmen kommen daher viele seiner Figuren immer noch sehr natürlich rüber. Da mag man dann auch gerne über einige Unzulänglichkeiten im Drehbuch hinwegsehen. Denn wem die düster-morbide „Grufti“-Ästhetik eines Tim Burton gefällt, der wird an seiner Verfilmung von „Alice im Wunderland“ gewiss ebenso seine helle Freude haben.
(Ostfriesische Nachrichten vom 06. März 2010. Trailer: Disney)

INTERVIEW mit Stefan Gwildis

"Soul hat mit dem Kampf um Freiheit zu tun"
wj Aurich. Er schafft etwas, woran viele vor ihm kläglich gescheitert sind. Stefan Gwildis hat Soul-Klassikern wie „Papa was a Rolling Stone“, „Ain' No Mountain High Enough“ oder „You Are So Beautiful“ deutsche Texte verpasst und vermag sie so zu interpretieren, dass sie nicht peinlich, sondern richtig gut klingen. Am kommenden Mittwoch, 10. März, gastiert der Hamburger mit kleiner akustischer „Anplackt“-Besetzung ab 20 Uhr in der Auricher Stadthalle. Aus diesem Anlass stand er den „Ostfriesischen Nachrichten“ Rede und Antwort.

Ostfriesische Nachrichten: Stimmt es, dass sie mal Stuntmen waren?

Stefan Gwildis: Ich bin irgendwann beim Hamburger Thalia-Theater gelandet. Weil ich mich ganz gut bewegen konnte und nicht allzu blöd angestellt habe, wurde mir das dort tatsächlich angeboten. Das lief auch ganz klasse, zumal solche Fecht- und Degengeschichten damals gerade sehr angesagt waren. Ich habe nicht nur am Theater gespielt, sondern ebenfalls bei vielen Fernseh- und Filmgeschichten mitgemacht. Das was schon ungeheuer spannend für mich.

ON: Haben Sie eventuell auch jemanden Berühmtes gedoubled?
(Vollständiges Interview in den Ostfriesischen Nachrichten vom 06. März 2010)

Montag, 1. März 2010

Ernst Hutter & Original Egerländer

Schöne Musik kennt keine Grenzen
wj Aurich. Sie sind das erfolgreichste Blasorchester der Welt. Die 1956 von Ernst Mosch aus der Taufe gehobenen und aktuell von Ernst Hutter geleiteten „Egerländer Musikanten“ gaben am vergangenen Freitagabend ein Gastspiel in der Auricher Stadthalle. Rund 700 Zuschauer konnten dabei hautnah miterleben, dass das musikalisches Vermächtnis des 1999 verstorbenen Gründervaters lebendiger denn je ist. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 01. März 2010)