Mittwoch, 29. September 2010

"Kleinstadthelden" bei Stefan Raab

Musiker aus Ostfriesland startet für Bremen
wj Riepe/Bremen/Berlin. Wenn beim diesjährigen „Bundesvision Song Contest“ (Fr. 01. Oktober ab 20.15 Uhr live auf „Pro 7“) wieder fleißig für den besten musikalischen Beitrag aus den sechzehn Bundesländern „gevotet“ wird, dürften den Bremern ein paar Extrastimmen aus Ostfriesland sicher sein. Denn die Hansestadt an der Weser wird 2010 vertreten von der Band „Kleinstadthelden“. Deren Bassist Nils Freesemann (siehe Foto 2. von rechts) kommt aus Riepe, wo ihm bestimmt nicht bloß seine Eltern und sein Bruder feste die Daumen drücken werden.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 01.Oktober 2010. Foto: Agentur)

Vor 30 Jahren: "MIAU" gegründet

Miezekatze mit E-Gitarre als Markenzeichen
wj Aurich. In den 80er Jahren war die Auricher Musiker-Szene plötzlich auf die Katze gekommen: Musikinitiative Aurich e.V. oder kurz einfach „MIAU“ hieß ein Verein, der sich um die Belange lokaler Bands und Musiker kümmerte und dabei einiges in Bewegung setzte. Offiziell gegründet worden ist der Verein vor genau 30 Jahren am 29. September 1980.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 02. Oktober 2010)

CD-Release "Soul-mate"

Mix aus Rock, Pop und Chanson
wj Aurich. Am Sonnabend stellte die Gruppe "Soul-mate" im Rahmen eines Live-Konzertes ihre Debüt-CD vor. Das Werk trägt den Titel "Augenblick" und enthält insgesamt zehn Titel. Zum einen handelt es sich dabei um Cover-Versionen. Zum anderen hat das Quartett bestehend aus Inka Lonkwitz (Gesang), Andreas Klein (Gitarre und Gesang) sowie Ralf Diesel (Bass, Keyboard und Gesang) und Matthias Diesel (Schlagzeug, Percussion und Gesang) aber auch einige eigene Kompositionen aufgenommen.
(Vollständiger  Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 27. September 2010)

Samstag, 25. September 2010

BÜHNE - "Rötelee in't Trappenhuus"

Tratsch zwischen Tür und Treppenhaus
wj Wallinghausen. Traditionell ist die „Spöldeel Wallinghusen“ diejenige plattdeutsche Bühne in Ostfriesland, die zur Herbst- und Wintersaison immer als erste ran darf. In diesem Jahr hat man sich dort die Messlatte sehr hoch gelegt. Auf dem Programm steht mit „Rötelee in't Trappenhuus“ ein echter Klassiker, der als „Tratsch im Treppenhaus“ mit Heidi Kabel und Henry Vahl in den Hauptrollen immerhin einst deutsche Fernsehgeschichte schrieb. Bei der Premiere am vergangenen Freitag im „Wallinghus“ zeigte sich allerdings schnell, dass das Wallinghausener Ensemble absolut dazu in der Lage ist, diese hohe schauspielerische Herausforderung souverän zu meistern.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 27. September 2010)

Donnerstag, 23. September 2010

"Godewind" live

Sich und den Fans absolut treu geblieben
wj Aurich. „Moin, Moin – Mensch is dat schoin“, mit diesem Refrain und knapp einer Woche Verspätung begrüßte die Gruppe „Godewind“ am vergangenen Mittwochabend rund 200 Besucher in der Auricher Stadthalle. Das Konzert hätte eigentlich am Donnerstag in der Woche zuvor stattfinden sollen. Allerdings war die Gruppe wegen einer Sperrung der Autobahn unverhofft aufgehalten worden und hatte es nicht mehr rechtzeitig zum Auftritt nach Aurich geschafft (wir berichteten).
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 24. September 2010)

Dienstag, 21. September 2010

KINO - EAT PRAY LOVE

wj Aurich. Was tun, wenn man das Gefühl hat, dass es im Leben nicht mehr weitergeht?. Elisabeth „Liz“ Gilbert hat ihre – wie sie selber schreibt - „Suche nach allem“ in literarischer Form verarbeitet. Daraus wurde mit „Eat Pray Love“ ein internationaler Bestseller, der jetzt von Regisseur Ryan Murphy (verantwortlich u.a. für die TV-Serie „Nip/Tuck“) verfilmt worden ist. Die Hauptrolle spielt Julia Roberts, die das Buch nach eigenem Bekunden ohnhin bereits begeistert verschlungen hatte, kurz nachdem es im Jahre 2006 erschienen war.

Gute Vorlage in puren Postkartenkitsch verwandelt
(Vollständige Kritik in den Ostfriesischen Nachrichten vom 25. September 2010. Trailer: Sony)

Sonntag, 19. September 2010

175 Jahre Lambertikirche Aurich

Viele schöne laute und leise Töne
wj Aurich. Am vergangenen Wochenende gingen die Feierlichkeiten zum 175-jährigen Jubiläum der Auricher Lambertikirche in den Endspurt. Der Sonnabend stand unter dem Motto „Ohne dich sieht die Kirche alt aus“ voll und ganz im Zeichen der Jugend. Am gestrigen Sonntagvormittag gab es zum Abschluss einen Festgottesdienst, bei dem Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr die Predigt hielt.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 20. September 2010)

Matze Knop - Operation Testosteron

Eigenes Profil kommt etwas zu kurz
wj Aurich. Ob Dieter Bohlen, Franz Beckenbauer oder „Loddar“ Matthäus – aus dem Fernsehen kennt man Matze Knop als Mann mit tausend Masken und Gesichtern. Am vergangenen Freitagabend erlebten rund 400 Zuschauer in der Auricher Stadthalle den Parodisten einmal über weite Strecken ungeschminkt. Das aktuelle Bühnenprogramm „Operation Testosteron“ geriet zwar absolut solide und war über weite Strecken ausgesprochen unterhaltsam, ließ dann aber doch oft eine eigene Note vermissen.

 Wie die meisten seiner Kollegen beschäftigt sich auch Matze Knop in seinem Programm vorrangig mit den allgemeinen Verständigungsschwierigkeiten zwischen Mann und Frau. Allerdings hat man etliche der von ihm beschriebenen Situationen inklusive der meisten Pointen so oder zumindest in ähnlicher Form schon einmal irgendwo anders gehört. Da wäre zum Beispiel das klassische Szenario in einem Schuhgeschäft, wo die Frau stets jede Menge Geld zu lassen pflegt, obwohl ihr Schuhschrank daheim ohnehin schon längst überquillt. Und falls der Mann ausnahmsweise einmal für sich ein paar tolle Fußballschuhe findet, kriegt er dann von ihr zu hören: „Was? 200 Euro für Fußballschuhe? Bist du wahnsinnig? Das kostet ja genauso viel eine halbe Handtasche.“

Sobald ein Kalauer sich anbietet, greift Matze Knop ihn dankbar auf, egal wie abgegriffen und platt er auch sein mag. Dass es in der Schickimicki-Metropole Düsseldorf fast billiger ist, in zweiter Reihe zu parken und sich abschleppen zu lassen, statt die dort üblichen reguläre Parkgebühren zu bezahlen, diesen Witz hatte schon das 1999 verstorbene Kölner Original Willy Millowitsch gerne erzählt. Viele aktuellere Pointen von Matze Knop bewegen sich auf einem ähnlich banalen Niveau. Als beliebtesten Deutschen in Griechenland nennt er den Fußballtrainer Otto Rehagel, weil der die griechische Nationalmannschaft 2004 zum Europameistertitel geführt hat. Seitdem wäre die Lieblingslektüre der Hellenen der Otto-Katalog und sie würden an die griechisch-“ottodoxe“ Kirche glauben. Pech bloß, dass Erfolge bei Fußballfans und -funktionären sehr schnell in Vergessenheit geraten. Als es bei der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft nicht mehr so gut lief, musste „Rehakles“ seinen Trainerjob bekanntlich aufgeben. Matze Knop hat in seinem Programm noch ein paar weitere Altlasten, die er nach wie vor bedient, obwohl sie im Prinzip niemanden mehr großartig interessieren. Eine davon ist der Bayern Münchens einstiger Stürmerstar, Luca Toni, der heute wieder in Italien kickt und bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika nicht einmal im Aufgebot der italienischen Nationalmannschaft stand. Der ist wahrscheinlich genauso weg vom Fenster wie die ehemalige DSDS-Heulboje Daniel Küblböck, von dem Matze Knop ja selber im ON-Interview meinte, eine derartige Witzfigur wäre auch für ihn von eher „geringem Parodiewert“ (wir berichteten).

Wenn er Küblböcks letzte öffentlichkeitswirksame Aktionen – ein Verkehrsunfall mit einem Gurkenlaster und der Verzehr von Kakerlaken im RTL-„Dschungelcamp“ - trotzdem bis heute in seinem Bühnenprogramm anspricht und parodiert, dann vermutlich hauptsächlich deswegen, weil das bei den Zuschauern eben doch immer noch für den ein oder anderen Lacher gut ist. Eine eigene persönliche Note bleibt dabei allerdings häufig auf der Strecke. Dies heißt nicht, Matze Knop wäre langweilig. Ganz im Gegenteil, die meisten seiner Geschichten sind glänzend erzählt und haben jede Menge Witz. Manchmal schimmert gar ein bisschen eigenes Profil durch, wie zum Beispiel bei der Schilderung einer Urlaubsreise, wo der Kapitän während der Begrüßung seiner Fluggäste erst einmal laut darüber nachdenken muss, wohin denn die Reise heute gehen soll. Ungemein plastisch und lautmalerisch wunderbar in Szene gesetzt gerät zudem die anschließende Lagebeschreibung auf der engen Bordtoilette inklusive dem Imitieren der „Flusch“-Geräusche der WC-Spülung.

Absolut herausragend sind und bleiben darüber hinaus Matze Knops Parodien mehr oder minder prominenter Zeitgenossen. Wenn er als „Mega-Män“ Dieter Bohlen seinen ehemaligen „Modern Talking“-Busenfreund Thomas Anders zu einem aller letzten Comeback überreden will oder als völlig übermotivierter BVB-Trainer Jürgen Klopp total ausflippt und einfach „alles nur geil“ findet, glaubt man stellenweise tatsächlich fast, die Originale vor sich zu haben. Das ist hohe Unterhaltungskunst, bei der so schnell niemand einem Matze Knop das Wasser wird reichen können. Hier zeigt er wirklich einmal durch und durch eigenständiges Profil. Schade ist nur, dass gerade diese Einlagen wohl wegen der zeitaufwendigen Masken und Verkleidungen im Bühnenprogramm zumeist lediglich als Einspielung per Videoclip zu sehen sind. So etwas kann man sich dann aber auch genauso gut daheim im Fernsehen oder auf einer DVD anschauen.
(Ostfriesische Nachrichten vom 20. September 2010)

Samstag, 18. September 2010

8. Auricher Kinderbuchmesse

Eine erlesene Erlebniswelt auf die Beine gestellt
wj Aurich. Angesichts der Vielzahl an Buchveröffentlichungen kann einem schnell mal der Überblick verloren gehen. Richtig schwierig wird es bei Literatur für Kinder und Jugendliche. In Aurich organisiert der Verein „Lesetoll“ regelmäßig eine kleine aber feine Messe speziell für und mit Kinderbüchern. An diesem Wochenende waren interessierte junge und alte Leseratten wieder in die Räumlichkeiten des Kindergartens „Pinguin“ an der Kirchdorfer Straße eingeladen, um sich in Sachen Schmökern auf den neuesten Stand der Dinge bringen zu lassen. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 20. September 2010)

Freitag, 17. September 2010

INTERVIEW mit Horst Lichter

Statt Kaviar lieber Fleisch mit Kartoffeln und Soße
wj Aurich. Wenn der Begriff der rheinischen Frohnatur nicht schon längst existieren würde, müsste man den spätestens für ihn erfinden. Dabei hat der scheinbar stets und überall zu Späßen aufgelegte Horst Lichter in seinem Leben keineswegs immer nur Grund zum Lachen gehabt. Am Mittwoch, 6. Oktober wird der beliebte Fernsehkoch mit seiner Show „Kann denn Butter Sünde sein?“ ab 20 Uhr in der Auricher Stadthalle gastieren. Aus diesem Anlass stand er den „Ostfriesischen Nachrichten“ im folgenden Interview Rede und Antwort.

Ostfriesische Nachrichten: Was macht Ihrer Ansicht nach die besondere Faszination von Fernsehköchen aus?
Horst Lichter: Die besondere Faszination liegt wohl vor allem darin, dass es hier um etwas geht, was ausnahmslos jeder Mensch jeden Tag machen muss, nämlich Essen und Trinken.

ON: Warum sind Sie Koch geworden?
Lichter: Ich bin in erster Linie deswegen Koch geworden, weil ich Menschen um mich herum haben wollte. Mir ging es immer darum, gemütlich mit Menschen zusammen am Tisch zu sitzen, sich zu unterhalten und dazu einfach nur leckeres Essen zu machen. Und zwar ohne dass jemand gleich zu befürchten braucht: „Mein Gott, warum muss der jetzt aus der Tomate noch eine Rose machen?“ Vielleicht ist das das Geheimnis. Wenn die Leute sehen, wie jemand mit einfachen Mitteln etwas Leckeres machen kann. Seit das im Fernsehen als Unterhaltung läuft, ist es sicherlich auch wesentlich massenkompatibler geworden.
(Vollständiges Interview in den Ostfriesischen Nachrichten vom 02. Oktober 2010. Foto: MTS/Stephan Pick)

Ausschnitt aus Horst Lichters letztem Bühnenprogramm

Donnerstag, 16. September 2010

KINO - GROUPIES BLEIBEN NICHT ZUM FRÜHSTÜCK

wj Aurich. Hand aufs Herz: Wer hat sich nicht schon einmal in einen echten Pop-Star verknallt? Genau das passiert im Prinzip auch in der deutschen Teenie-Romantikkomödie „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“. Nur dass sich die Verliebten in diesem Falle partout nicht an die im Filmtitel propagierte Faustregel halten wollen.

Unterhaltsame Teenie-Romantikkomödie
(Vollständige Kritik in den Ostfriesischen Nachrichten vom 18. September 2010. Trailer: Buena Vista)

Montag, 13. September 2010

Benefizkonzert "Ennos Voices"

Bühnenreifes Programm in 72 Stunden
wj Aurich. Einen rund 100 Personen starken Gospelchor auf die Beine zu stellen und mit ihm ein bühnenreifes Programm einzuüben, dafür brauchen manche Chorleiter etliche Wochen und Monate, wenn nicht sogar Jahre. Enno-Stefan Reichert hatte sich lediglich zwei Wochenenden mit insgesamt 72 Stunden als Limit gesetzt. Als „Ennos Voices“ erlebte das Projekt am vergangenen Sonntagabend in der ausverkauften Auricher Stadthalle eine gelungene Feuertaufe. Der Reinerlös dieses Konzertabends, der unter dem Motto „Ein Chor für Kinder“ stand, soll an das DRK Frauen- und Kinderschutzhaus gehen.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 14. September 2010)

Sonntag, 12. September 2010

10 Jahre Tanzgruppe "Anadolu"

Ein wahrhaft multikulturelles Tanzvergnügen
wj Aurich. Manchmal muss man eben improvisieren. Das sagte sich auch Rukiye Duyar-Jansen, als sie für ein türkisch-deutsches Kulturfest keine passende Folkloregruppe fand. Sie rief daraufhin gemeinsam mit einer Freundin kurzerhand einfach selber eine solche Gruppe ins Leben. Inzwischen existiert die Formation mit dem Namen „Anadolu“ (türkisch für „Anatolien“) bereits seit zehn Jahren. Am vergangenen Sonnabend wurde der runde Geburtstag mit einem Schnuppernachmittag für interessierte Besucher im Tanzraum im ersten Stock der Ellernfeldhalle ausgiebig gefeiert. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 13. September 2010)

20 Jahre Finkenburgschule Aurich

Längst ein eigenständiges Profil entwickelt
wj Aurich. Lange Zeit war sie als Außenstelle der Reilschule lediglich die Nordschule. 1990 wurde sie schließlich selbständig und verpasste sich auch gleich einen neuen eigenen Namen. Mittlerweile hat die Auricher Finkenburgschule längst ein eigenständiges Profil entwickelt. Maßgeblich dafür verantwortlich zeichnet sich unter anderem auch Schulleiter Hans-Peter Schröder, der 2010 sein 25-jähriges Dienstjubiläum begeht (siehe Seite 1). Zusammen mit den zwanzigsten Geburtstag der Selbständigkeit war dies Anlass genug für ein großes Schulfest, das am vergangenen Sonnabend auf dem Schulgelände über die Bühne ging. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 13. September 2010)

Hoffest 30 Jahre JUZ Aurich

Freestyle-Ständchen zum Geburtstag
wj Aurich. Das Auricher Jugendzentrum „Schlachthof“ begeht in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass finden den gesamten September über eine Reihe von Veranstaltungen statt. Am vergangenen Sonnabend ging dort ein großes Hoffest über die Bühne. Zentraler Blickfang und erster Ansteuerungspunkt für viele Kinder war eine riesige rote Hüpfburg, auf der man sich nach Herzenslust austoben konnte. Des Weiteren gab es eine so genannte „Open Stage“ - also eine „offene Bühne“ - , auf der junge Nachwuchskünstler wie die Formation P.O.P.S.  (siehe Foto) ihre Talente und Fähigkeiten zeigen konnte, ohne sich dabei irgendwelchen dummen Kommentaren unqualifizierter Jury-Mitglieder stellen zu müssen. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 13. September 2010)

90 Jahre Geflügelzuchtverein Großefehn

Schon lange in Sachen Naturschutz unterwegs
wj Aurich-Oldendorf. Normalerweise soll man ja nicht vorher gratulieren. Aber der Geflügelzucht- und Vogelschutzverein in Großefehn und Umgebung musste in diesem Jahr wieder so viele Termine unter einen Hut bringen, dass es nun einmal nicht anders ging, als die Feierlichkeiten zum 90. Jahrestag der Gründung des Vereins ein paar Wochen vorzuverlegen. Am vergangenen Sonnabend wurde der runde Geburtstag im Vereinsheim in der Alten Schule in Aurich-Oldendorf mit einer Teetafel gefeiert. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 13. September 2010)

Freitag, 10. September 2010

John Donne - "Love's Alchemy"

Was ist die "Alchemie der Liebe"?
wj Aurich. Gefühlte 99,9 Prozent aller Pop-Songs handeln von der Liebe. Das ist früher nicht anders gewesen. Ein speziell in England hoch geschätzter Literat, der sich sehr intensiv mit Herzensangelegenheiten jedweder Art auseinandergesetzt hat und von dem es eine Reihe vorzüglicher Liedvertonungen gibt, war der 1572 in London geborene Dichter John Donne. Am vergangenen Donnerstag konnten die Besucher der evangelisch-reformierten Kirche in Aurich den Zauber seiner Texte hautnah miterleben. „Love's Alchemy – Liebe und andere Dämonen“ - so der Name des Programms - fand dort im Rahmen des Bremer Musikfestes statt. Ausführende Interpreten waren die Sopranistin Dorothee Mields und der Rezitator Graham F. Valentine sowie die Musiker Lee Santana (Laute) und Hille Perl (Gambe).
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 11. September 2010)

Donnerstag, 9. September 2010

INTERVIEW mit Matze Knop

In der Schule nie der Klassenclown gewesen
wj Aurich. Wenn er nicht Komödiant wäre, könnte man ihn glatt für schizophren halten. „Kaiser“ Franz Beckenbauer, Lebemann Reiner Calmund und Schlagerschönling Howard Carpendale sind nur ein paar der Charaktere, die Matze Knop in seinem Repertoire vereint. Am Freitag, 17. September 2010, gastiert der vielseitige Parodist mit seinem aktuellen Programm „Operation Testosteron“ ab 20 Uhr in der Auricher Stadthalle. Aus diesem Anlass stand er den „Ostfriesischen Nachrichten“ im folgenden Interview Rede und Antwort. 

Ostfriesische Nachrichten: Sie haben am 11. November Geburtstag und wollten schon mit fünf Jahren wie Rudi Carrell werden. Gibt es da einen Zusammenhang? 
Matze Knop: Ich bin tatsächlich am 11. November geboren. Aber ich glaube, da gibt es keinen Zusammenhang. Das mit Rudi Carrell habe ich damals einfach so gesagt. Dem habe ich zunächst weiter keine Bedeutung zugemessen, zumal ich nun nicht unbedingt der Klassenclown gewesen bin. Ich war sogar im Gegenteil ein eher zurückhaltender und ruhiger Schüler. So gesehen ist es schon sehr lustig, wie sich das alles im Nachhinein ergeben hat und dass ich jetzt den Beruf eines Comedian ausübe. 

ON: Wie haben Sie denn Ihr komisches Talent entdeckt? 
Knop: Angefangen habe ich beim Radio. Da habe ich von den Nachrichten bis hin zum Sport so ziemlich alles gemacht. Dabei stellte sich irgendwann heraus, dass ich eine humorekse Ader habe. Daraufhin wurden Sport und Unterhaltung meinen beiden Steckenpferde beim Radio. Das ist natürlich insofern interessant, weil ich inzwischen Comedy mache, die viel mit Fußball zu tun hat. Da habe ich, wenn man so will, meine beiden Leidenschaften miteinander verbunden. 

ON: Die Leidenschaft für den Fußball war also schon früh da? 
Knop: Die war von Anfang an da. Mein Vater war Sportreporter und hat seinen Trainerschein in Kaiserau gemacht. Mein Onkel hat auch einen Trainerschein, genau wie mein Bruder, der in Köln Sport studiert hat. Ich komme aus einer richtigen sportbegeisterten Fußballerfamilie. Fußball ist unser Leben! Ich war schon mit fünf Jahren beim Fußballverein angemeldet und ich spiele nach wie vor gerne Fußball. Ich tausche mich regelmäßig mit meiner Familie aus, damit ich immer auf dem neuesten Stand bin. Das hilft mir ungemein, wenn ich in einer Sendung wie „Waldis WM-Club“ zu Gast bin. Denn da erwartet man von mir, dass ich mich auch sportlich äußern kann. 

ON: Ihren Durchbruch verdanken sie aber nicht dem Fußball sondern Richie. Wie kam es dazu? 
Knop: Das war mehr oder weniger Zufall. Wir hatten eine Radio-Comedy, die hieß die „Die Tankstelle“. Dafür brauchten wir fünf bis sechs Charaktere, die dort regelmäßig vorfahren und tanken sollten. Eine Figur, die ich dafür vorgeschlagen habe, war der Richie. Als die Radio-Comedy ausgestrahlt wurde, ist die Sendung selbst gar nicht so gut angekommen, wie wir uns das vorgestellt hatten bis auf eben diese eine Figur. Plötzlich hieß es, ich sollte nur diese eine Figur machen. Ich habe daraufhin ein paar Sachen geschrieben und innerhalb von nur sechs Wochen ging das so was von ab. Wir bekamen damals jeden Tag Hunderte von Anrufen, ob es nicht eine CD davon gibt. Ich glaube, Richie war etwas, was von den Leuten zur damaligen Zeit einfach gewollt wurde. Das hat voll den Nerv getroffen. Klar gab es auch viele Menschen, die das doof fanden. Aber das ist ja oft so, dass eine Sache erst einmal polarisieren muss, um Erfolg zu haben. 

ON: Gab es ein konkretes Vorbild für Richie? 
Knop: Ich würde mal sagen, dass es in meinem näheren Umfeld, also zum Beispiel in der Straßenbahn oder wenn wir beim Fußball gegen andere Mannschaften gespielt haben, durchaus das ein oder andere Vorbild gab. Da habe ich mir von zwei, drei Leuten was abgeguckt und anschließend für mich zusammen gebaut. Allerdings hat sich die Figur im Laufe der Zeit verändert und ihren ganz eigenen Charakter bekommen. Am Anfang war das ja mehr eine Parodie. Inzwischen hat die Figur ihre eigene Sprache mit eigenen Wörtern, die ich für sie kreiert habe. 

ON: Haben Sie mit dem Erfolg für Richie gerechnet? 
Knop: Überhaupt nicht. Das war in dem Sinne nie so geplant. Was es konkret bedeutet hat zum damaligen Zeitpunkt, das kann ich ohnehin erst heute richtig ermessen. Heute ist es mein Beruf. Heute weiß ich, wie viel Gas man geben muss, um auch nur ansatzweise so viele CDs zu verkaufen wie damals, als mir das alles relativ locker von der Hand ging. Es war ja nie mein Plan und mein Ziel, jetzt als Comedian auf der Bühne zu stehen. Das hat sich durch diesen Erfolg mit Richie erst ergeben. 

ON: Warum der Image-Wechsel zum Fußball? Wollte sie nicht an der Figur hängen bleiben? 
Knop: Solche Figuren haben immer eine gewisse Halbwertszeit. Sie haben den Vorteil, dass man schneller wahrgenommen wird von den Menschen, weil so eine Figur schillernder und polarisierender ist. Wenn einer mit Kappe und Brille in einer Fernsehsendung auftaucht, fällt das eher auf als wenn dort jemand mit einem normalen Haarschnitt sitzt. Außerdem kann man sich hinter der Figur auch ein bisschen verstecken. Deswegen kann das schneller nach vorne abgehen. Aber die Halbwertszeit ist eben auch geringer als wenn man als normale Person irgendwo sitzt. Irgendwann, das muss so um das Jahr 2002 herum gewesen sein, hatte ich das Gefühl, dass ich etwas anderes machen und eine neuen Schritt wagen müsste. Das hieß ja nicht, dass ich den Richie einmotte. Aber ich fand, ich musste die Brille und die Kappe einfach mal absetzen, um auszuprobieren, was noch geht. Das war erst einmal komisch, weil Richie schon eine Art Star-Status hatte. Das geht mir heute noch so. Egal wo ich bin, Richie kennt fast jeder. Ohne Kappe und Brille kannte man mich hingegen nicht so. Zumindest damals nicht. Das war schon ein komisches Gefühl, weil ich quasi wieder bei Null starten musste. Dass es nun wieder geklappt hat und erfolgreich läuft, gibt einem die Bestätigung, dass man wohl doch was auf dem Kasten haben muss. Klar ist das auch ein Stück harte Arbeit. Aber von nix kommt eben nix. Und umso mehr freut mich der Erfolg. 

ON: Wie kamen sie darauf, ausgerechnet Franz Beckenbauer zu parodieren? 
Knop: Was die Stimmparodie betrifft, hatte ich den schon lange auf Lager. Dass er irgendwann auch optisch an mir umgesetzt wurde, war wiederum Zufall. 2004 habe ich für RTL eine Comedy-Pilotsendung gedreht. Darin wollten wir eine 'Versteckte Kamera' mit mir als Franz Beckenbauer machen. Der sollte in einem Aufzug stecken bleiben, und man konnte dort ein bisschen reingucken. Ich war der Meinung, wenn wir das vernünftig machen wollten, mussten wir mich als Beckenbauer auch entsprechend aussehen lassen. Das war der erste Schritt. Ungefähr zehn oder zwölf Jahre vor mir gab es ja schon mal Olli Dittrich, der das mit der Beckenbauer-Parodie sehr gut gemacht hat. Ich habe mir dann gesagt: „Okay, du musst das jetzt so machen, wie du das für richtig hältst.“ Der „Kaiser“ ist ja nicht mehr der, der er vor zehn oder zwölf Jahre war. Der hat sich weiterentwickelt. Deswegen habe ich versucht die Figur ebenfalls weiter zu entwickeln. Außerdem hebt sich meine Parodie dadurch ab, dass sie nicht ausschließlich in einer fiktiven, sondern genauso in der realen Umgebung stattfindet. Ich gehe ja als Beckenbauer raus zu den Leuten und mische mich unters Volk. Ab und zu treffe ich dabei auch den „Kaiser“ persönlich und rede mit ihm 

ON: Wie reagiert der „Kaiser“ auf ihre Parodien? 
Knop: Ich hab ihn schon ein paar Mal getroffen und er ist immer total gelassen und gibt sich ausgesprochen relaxed. Bei unserer zweiten Begegnung habe ich ihn mit Rainer Calmund getroffen. Er hat ihn dann gefragt, ob das mit dem Interview okay wäre. Calli hat bloß gesagt. „Dat kannste ruhich machen. Der Matze is in Ordnung...“ Beckenbauer war wieder völlig entspannt und wollte sogar wissen, wie das genau geht, wenn ich mich in ihn verwandle. 

ON: Wie reagieren gestandene Trainerpersönlichkeiten wie Jupp Henynckes oder Louis van Gaal , wenn Sie sie parodieren? 
Knop: Bei Jupp Heynkes weiß ich es, ehrlich gesagt, gar nicht, wie der das findet. Van Gaal habe ich schon zweimal interviewt. Einmal als Matze Knop und einmal als Beckenbauer. Da hat er sich nur kurz mit dem Manager Christian Nehrlinger abgesprochen und sich wohl darüber aufklären lassen, wer ich bin. Aber dann hat er gleich gesagt. „Das ist gar kein Problem mit dem Interview. Das können wir gerne machen.“ Der machte nicht den Eindruck, als wäre er in irgendeiner Form angsäuert gewesen. Ich hatte eher das Gefühl, dass das jemand ist, der da voll drüber steht und das vielleicht sogar ganz lustig findet. 

ON: Ist jemand Lothar Matthäus überhaupt noch parodiewürdig? Der ist doch im Prinzip seine eigene Parodie. 
Knop: Lothar ist auf jeden Fall parodiewürdig. Wobei das natürlich schon blöd ist, wenn jemand sich manchmal dermaßen lächerlich macht, dass er zu seiner eigene Parodie wird. Am besten ist eine gute Mischung. Das heißt auf der einen Seite ist jemand relativ normal. Auf der anderen Seite leistet er sich mit schöner Regelmäßigkeit Dinge, wo man sich denkt: „Das kann doch gar nicht wahr sein.“ Jemand wie Rainer Calmund sieht so etwas zum Beispiel ausgesprochen locker. Der ist ja inzwischen selber in der Unterhaltungsbranche aktiv und da auch ganz gut angekommen. Beckenbauer ist insofern optimal, weil je größer eine Person in der Außenwirkung ist, desto besser kommt die Parodie. Wenn ich im Vergleich dazu nur einmal als Beispiel jemanden wie Daniel Küblböck nehme, der sich im Dschungel-Camp mit Kakerlaken überschütten lässt. Wenn ich so einen parodiere, fällt die Wertigkeit meiner Parodie eher gering aus. Oder Jürgen Drews. Den kenne ich ziemlich gut, und das ist ein ausgesprochen netter Typ. Nur bei Jürgen weiß man eben, dass der fast alles mitmacht. Da ist jemand wie Beckenbauer wesentlich besser, zumal man nie genau weiß, wie er denn tatsächlich reagieren wird. Da ist die Spannung größer. 

ON: Warum parodieren sie Luca Toni? Ist der nicht längst weg vom Fenster? 
Knop: Mir wäre es natürlich lieber gewesen, der würde immer noch bei Bayern München spielen. Aber ich habe mit dieser Figur einen Song mit dem Titel „Numero uno“ aufgenommen. Das ist ja ein richtiger Hit geworden. Der wird nach wie vor fleißig in den Diskotheken gespielt und dort von den Leuten auch gewünscht. Und die Leute wollen, dass ich die Figur weiter auf der Bühne spiele. Ich war ja selber gespannt, wenn er nicht mehr in Deutschland spielt, ob die Leute das nicht doof finden würden. Aber der ist immer noch sehr in den Köpfen drin. Nicht zuletzt dank des Liedes. Ich bin auch ganz froh, darüber, weil mir Luca Toni als Typ ausgesprochen gut gefällt. Das ist ja so ein fröhlicher, der viel lacht und Sonne in die Hütte bringt. Der wird bestimmt noch ein oder zwei Jahre gehen. 

ON: Und Howard Carpendale? 
Knop: Carpendale habe für meinen WM-Song genommen, weil er Südafrikaner ist und die WM in Südafrika stattgefunden hat. „Hello again“ ist zwar ein Schlagerlied, aber ein sehr schönes, wie ich finde. Ich wollte nicht irgend einen WM-Song machen und der 18. sein, der singt: „Hurra, wir werden Weltmeister.“ Deswegen habe ich „Hello again“ zu „Pokal again“ gemacht, weil ich das für mich stimmig und homogen fand. 

ON: Wird sich Ihr aktuelles Bühnenprogramm „Operation Testosteron“ also vorrangig um „Männerthemen“ wie Fußball drehen? 
Knop: Die Fußball-WM ist ein großes Thema, weil das ja ein absolutes Mega-Event war. Und natürlich gehe ich darauf ein, was so in der aktuellen Bundesliga-Saison passiert. Gerade jetzt können wir ja zum Beispiel wieder beobachten, wie Felix Magath sich auf den letzten Drücker noch mal eben eine komplett neue Mannschaft zusammen kauft. Allerdings würde ich nicht sagen, dass es ein Programm ausschließlich für Männer ist. Wenn man über Männer redet, ist das ja auch für Frauen sehr lustig und interessant. Außerdem werden Frauen genauso thematisiert. Da geht es um solche Dinge wie wie Schwangerschaft, Namensfindung, Urlaub und dergleichen. Gerade Urlaub finde ich sehr wichtig, weil das immer sehr positiv behaftet ist. Also ich denke, in meinem Programm ist für jeden was dabei. Auf jeden Fall auch für die Frauen. Es ist nicht bloß eine reine Männernummer.
(Ostfriesische Nachrichten vom 14. September 2010. Foto: Position)

KINO - BEILIGHT - BIS(S) ZUM ABENDBROT

wj Aurich. Das Regie- und Autoren-Duo Jason Friedberg und Aaron Seltzer („Scary Movie“) hat wieder zugeschlagen. „Beilight – Bis(s) zum Abendbrot“ heißt der deutsche Titel ihres aktuellen Streifens, der gerade in unseren Kinos angelaufen ist. Darin versuchen die Spezialisten für Parodien auf Hollywood-Blockbuster dieses Mal die erfolgreiche „Twilight“-Vampir-Saga auf die Schippe zu nehmen.

Völlig missratener Versuch einer Parodie
(Vollständige Kritik in den Ostfriesischen Nachrichten vom 11. September 2010. Trailer: Foxfilm)

Montag, 6. September 2010

Liedprogramm "Abendempfindung"

Spagat zwischen Tradition und Moderne
wj Aurich-Oldendorf. Das nennt man dann wohl ein echtes Heimspiel. Mareke Freudenberg stattete am vergangenen Sonntag der Kirche in ihrem Heimatdorf Aurich-Oldendorf einen Besuch ab. Unter dem Motto „Abendempfindung“ präsentierte die Sopranistin dort ein gelungen zusammen gestelltes Liedprogramm, das von der Spätrenaissance bis in die Moderne reichte. Für eine zusätzliche besondere Note sorgte Annika Wirth an der Harfe.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 07. September 2010)

Sonntag, 5. September 2010

"Blechreiz" im Auricher JUZ

Magie früherer Tage ist noch da
wj Aurich. In den 90er Jahren wurden sie vom Berliner Konzertpublikum zur besten Live-Band ihrer Stadt gewählt. Auch im Auricher Jugendzentrum „Schlachthof“ sorgte die Ska-Formation „Blechreiz“ zu jener Zeit wiederholt für ausgelassene Partystimmung. Da lag es fast auf der Hand, die Truppe im Rahmen der in diesem Monat anstehenden Feierlichkeiten zum 30-jährigen JUZ-Jubiläum wieder einmal nach Ostfriesland zu holen. Am vergangenen Sonnabend war es endlich soweit. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 07. September 2010)

"Local Live 2" in Dinis Disco

Lokalmatadoren kurbeln Stimmung an
wj Aurich. Wer sagt eigentlich, dass Festivals ausschließlich draußen stattfinden müssen?„Dinis Disco“ im Auricher „Carolinenhof“ möchte diesem Trend ein bisschen entgegen wirken und hat deswegen am Sonnabend bereits zum zweiten Mal ein „Local Live“-Event auf die Beine gestellt. Zum Zuge kamen vorrangig lokale und regionale Nachwuchsbands.  Nachdem die Veranstaltung am frühen Abend zunächst nicht so gut besucht war, erhöhten sich die Besucherzahlen jedoch merklich, als die Auricher Lokalmatadoren von "Knallfrosch Elektro" (siehe Foto) in das Geschehen eingriffen. Abschluss und Höhepunkt der Veranstaltung war der Auftritt der „Kleinstadthelden“ aus Osterholz-Scharmbeck. 
(vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 06. September 2010)

Chor "Neue Töne" vertont Heine

Vertonte Gedanken eines unbequemen Literaten
wj Aurich. Da haben sie aber ganz schön was angerichtet. Der Auricher Chor „Neue Töne“ unter der Leitung von Heinrich Herlyn hat sich unter dem Motto „Was soll das bedeuten?“ Texte von Heinrich Heine vorgeknöpft und daraus eine musikalisch-poetische Speisekarte zusammen gestellt. Aufgetischt wurde das mehrgängige Menü erstmals am vergangenen Sonnabend in der Aula des Auricher Gymnasiums.

Heinrich Heine war ein höchst unbequemer Zeitgenosse. Als Lyriker, Journalist und Essayist fand der 1797 als Sohn eines jüdischen Tuchhändlers in Düsseldorf geborene Schriftsteller stets deutliche Worte, die speziell bei den Obrigkeiten selten besonders gut ankamen. Nachdem er sich 1831 ins französische Exil abgesetzt hatte, wo er 1856 starb, wurden seine Schriften 1833 in Preußen verboten. Heine-Puristen stehen Vertonungen ihres Lieblingsliteraten zu Recht eher skeptisch gegenüber, weil sie meinen, die Musik würde den Worten oft ihre Schärfe nehmen. An nichts wird dieses so klar wie an dem Lied von der Loreley mit dem bekannten Einleitungssatz „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“. Selbst die Nazis trauten sich nicht, diese wunderschöne Weise zur eingängigen Melodie von Friedrich Silcher zu verbieten. Der jüdische Urheber des Textes wurde damals lediglich verschwiegen und als „unbekannt“ angegeben. Allerdings kehrt der Chor „Neue Töne“, der an diesem Titel natürlich auch nicht vorbeikommt und ihn bewusst an den Anfang seines Programms stellt, diesen Tatbestand nicht unter den Tisch, sondern weist explizit darauf hin. Die Gesangsnummern werden nämlich zwischendurch immer wieder durch rezitierte Texte oder kurze erläuternde Hintergrundinformationen aufgelockert.

Dadurch werden einige Widersprüchlichkeiten innerhalb von Heines Schaffenswerk offensichtlich. Speziell jungen Jahren war der Mann nämlich das, was man einen hoffnungslosen Romantiker nennen würde und hatte deswegen selbst ein bisschen Schuld daran, dass sogar namhafte Komponisten seine Botschaften musikalisch entsprechend verklärt haben. Im Programm vom Chor „Neue Töne“ kommt dieser Tatbestand im dritten Gang unter dem Motto „Liebesperlen süß-sauer“ bei den beiden von Robert Schumann vertonten „Im wunderschönen Monat Mai“ und „Ich will meine Seele“ tauchen sehr gut zum Ausdruck.

Aber keine Angst, die bissigen (gesellschafts)politisch-satirischen Seitenhiebe bleiben keinesfalls außen vor. Heinrich Herlyn und sein Chor haben sie mit gelungenen Querbezügen zu Autoren wie Robert Gernhardt oder Bertolt Brecht verknüpft. Darüber hinaus wird daran erinnert, dass Heinrich Heine quasi einer der ersten deutschsprachigen Slam-Poeten war, indem er Alltagssprache mit Ausdrücken wie „Nonnenfürzchen“ oder „Pisspott“ in Lyrik und Literatur salonfähig zu machen versucht hat.

Die Bandbreite der Musik reicht von den bereits erwähnten Robert Schumann und Friedrich Silcher über den Sacro-Pop-Komponisten Peter Janssens bis hin zum Liedermacher Wolf Biermann und Schlagerpapst Christian Bruhn. Letzterer tat sich eigentlich vorrangig mit Hits wie „Zwei kleine Italiener“ , „Liebeskummer lohnt sich nicht“ oder „Marmor, Stein und Eisen bricht“ hervor, hat aber in den 70er Jahren für seine damalige Ehefrau Katja Ebstein auch einmal ein komplettes Album mit Texten von Heinrich Heine vertont. Hinzu kommen eine Reihe von eigenen Vertonungen, für die sich Chorleiter Heinrich Herlyn verantwortlich zeichnet. Stilistisch pendelt das Ganze irgendwo zwischen anspruchsvollem Doowop, peppigem Spiritual und klassischem Lied, wobei der Mut zu der ein oder anderen seichten „Melodei“ durchaus vorhanden ist. Ein leichtes (selbst)ironisches Augenzwinkern kann und mag sich der Chor „Neue Töne“ hie und da nicht verkneifen, wie man überhaupt feststellen darf, dass die gesamte Präsentation des Programms schauspielerisch gesehen ohnehin ausgesprochen gelungen ist. Insofern passt das wiederum exzellent zur Idee des Menüs, wo es ja schließlich ebenfalls nicht umsonst heißt: Auch das Auge isst mit.
(Ostfriesische Nachrichten vom 06. September 2010)

Urban Beatz Night

"Urban Beatz Night" läuft eher schleppend an
wj Aurich. Die "Urban Beatz Night", die in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag in der Auricher Stadthalle über die Bühne, ging verlief insbesondere während der ersten Stunden ziemlich schleppend an. Jedenfalls herrschte gegen Mitternacht praktisch immer noch kein Betrieb auf der Tanzfläche. Die Diskjockeys, wie hier auf dem Foto DJ J-Vee aus dem "Mozo" in Emden, mühten sich zwar redlich, waren aber an diesem Abend trotzdem nicht unbedingt um ihren Job zu beneiden.
(Ostfriesische Nachrichten vom 07. September 2010)

Samstag, 4. September 2010

JUZ Aurich wird 30

Zwischen Angriffslust, Abstinenz und Amüsement
wj Aurich. Rückblicke sind im Auricher „Schlachthof“ derzeit schwer angesagt. Immerhin feiert das Gebäude am Breiten Weg in diesem Monat sein 30-jähriges Bestehen als Jugendzentrum. Am Freitag ließ Andreas Beyer unter dem Motto „Provinzposse“ die wilden 90er Jahre Revue passieren, als die lokale Antifa-Szene rund um das JUZ nicht nur regional für Schlagzeilen sorgte.

Andreas Beyer war nach eigener Aussage von 1989 bis 1998 aktiv in die JUZ-Szene involviert. Unter anderem tat er sich damals als fleißiger Schreiber des Alternativblattes „Gehacktes“ hervor. Da sich seinerzeit in Ostfriesland eine stetig wachsende rechtsextreme Szene formierte, sah man in Aurich irgendwann die Notwendigkeit, eine Antifa(schistische) Gruppe ins Leben zu rufen, die etwas dagegen unternehmen sollte. Als konkreten Auslöser und letzten Anstoß für die Gründung einer solchen Gruppe nannte Beyer einen als ungerecht empfundenen Freispruch für einen berüchtigten „Nazi-Schläger“. Vielleicht war das der Grund dafür, dass die Auricher Antifa von Anfang an eine gewisse Kompromisslosigkeit an den Tag legte und sich dadurch schnell auch außerhalb ihrer Heimatregion einen Namen machte. „Da wurde nicht lange diskutiert“, erinnerte sich Beyer am Freitag und versuchte das wie folgt zu begründen: „Das wäre so ähnlich gewesen wie wenn ein neuer Druide zu Asterix ins Dorf kommen und erst einmal darüber reden wollen würde, welche von den Römern denn nun verprügelt werden dürften und welche nicht.“ Die Kompromisslosigkeit spiegelte sich bei einigen Mitgliedern in einer strengen Enthaltsamkeit nach der so genannten „Straight Edge“-Philosophie wider. Hintergrund dafür war eine aus dem Bereich des Hardcore Punk stammende Jugendkultur, die sich bewusst vom selbstzerstörerischen Lebenswandel der Punks der ersten Generation abgrenzte und den Konsum von Alkohol, Drogen, Tabak und dergleichen strikt ablehnte. Wer trotzdem in irgendeiner Form mit Hochprozentigem „erwischt“ wurde, „mit dem haben manche daraufhin teilweise monatelang nicht mehr geredet“, meinte Andreas Beyer am Freitag.

Die Auseinandersetzungen zwischen der Antifa und der rechtsextremen Szene spitzten sich dramatisch zu, als am 8. Mai 1993 ein Pulk von rund 120 Neonazis einen Angriff auf das Auricher Jugendzentrum startete. Ausgerechnet an dem Tag fand in den Räumlichkeiten am Breiten Weg ein Ausländerfest statt, wo nach Darstellung von Andreas Beyer lediglich ungefähr „eine Handvoll“ Antifa-Mitglieder anwesend waren. Und die hätten sich nach Kräften gegen die Neonazis zu wehren versucht, wobei auch etliche Wurfgeschosse geflogen und Flaschen zu Bruch gegangen wären. Scharfe Kritik übte Beyer in dem Zusammenhang an der Polizei, die sich trotz mehrmaliger vorheriger Warnung zunächst extrem zurück gehalten und dann lediglich sporadisch eingegriffen hätte. Dass die Ordnungskräfte den Abzug der Neonazis im Nachhinein als Erfolg ihres Einsatzes verbucht haben, kann und mag Beyer bis heute nicht ganz nachvollziehen.

Neben solchen ernsten Themen gab es am Freitag aber auch allerlei kurzweilige Anekdoten zu hören. Wiederholt die Rede war z.B. von einer Auricher Hardcore-Band, die durch ihr extrem paramilitärisch geprägtes Erscheinungsbild regelmäßig für gehörige Verwirrung sorgte, auf welcher Seite sie denn nun tatsächlich politisch einzuordnen wäre. Als Punk-Konzerte im JUZ phasenweise von den Behörden untersagt worden waren, zeigte man sich entsprechend flexibel. Da hieß es schlicht und ergreifend: „Nein nein, diese Band spielt ja gar keine Punk-Musik. Die machen Hardcore.“ Und schon war ein weiterer Auftritt gesichert. Herzlich wenig brachte auch ein Verbot der bis heute ebenso legendären wie beliebten JUZ-Partys am Heiligen Abend. Sie fand damals trotzdem statt, was nur deswegen herauskam, weil ein Teilnehmer mitten während der Fete am Weihnachtsabend die zuständige Behördenleiterin zuhause anrief und freundlich angefragte, ob sie denn nicht vorbeikommen und mitfeiern wollen würde. Offensichtlich hatte die Dame wenig Humor. Jedenfalls bekamen einige Teilnehmer der illegalen Weihnachts-Party anschließend eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch. „Nach dem Angriff der Neonazis auf das JUZ ist eine solche Anzeige wegen Hausfriedensbruch übrigens nie gestellt worden“, gab Andreas Beyer zu bedenken.

Selbst wenn manche Zeitzeugen die vom ehemaligen „Gehacktes“-Schreiber am Freitag in seiner „Provinzposse“ geschilderten Geschehnisse vielleicht ein wenig anders darstellen würden, so waren seine Ausführungen nichtsdestotrotz ein wichtiger und letztlich auch notwendiger Beitrag, um ein wirklich umfassendes Bild von der JUZ-Chronik der 90er Jahre zu erhalten. 

(Anmerkung: Dieser Text war ursprünglich gedacht für einen Bericht in einer Lokalzeitung. Allerdings weigerte sich die Chefredaktion seinerzeit, den Artikel abzudrucken und veröffentlichte am Ende lediglich das Foto mit einer kurzen Bildunterschrift.)

Freitag, 3. September 2010

KINO - MÄNNERTRIP

wj Aurich. Seinen Job als MTV-Moderator verlor er, als er einen Tag nach dem 11. September 2001 bei seinem Arbeitgeber als Osama Bin Laden verkleidet erschien. Der Komiker und Schauspieler Russell Brand ist zweifelsohne das, was man landläufig als ganz schön durchgeknallt bezeichnet. Bei der US-Komödie „Männertrip“ von Nicohlas Stoller passt das allerdings hervorragend ins Konzept. Denn darin darf Brand wie bereits zuvor in „Nie mehr Sex mit der Ex“ (2008) vom selben Regisseur wieder einmal in die Rolle des exzentrischen Rockstars Aldous Snow schlüpfen.

Nettes Road-Movie mit viel Situationskomik
 (Vollständige Kritik in den Ostfriesischen Nachrichten vom 4. September 2010. Trailer: Universal)