Dienstag, 23. November 2010

KINO - SAW 3D - VOLLENDUNG

wj Aurich. „Jigsaw“ John Kramer lässt wieder einmal die Sägeblätter rotieren. In der nunmehr siebten Auflage des Horrorspektatkels „Saw“ soll der Nervenkitzel dank aufwendiger 3-D-Technik noch einmal eine weitere Steigerung erfahren. Allerdings klappt das mit dem zusätzlichen Kick aufgrund des vorhersehbaren Strickmusters der Geschichte lediglich bedingt.

Optisch 3-D - inhaltlich allerdings ziemlich eindimensional
 (Kinostart am 25. November 2010. Trailer: Kinowelt)

Dienstag, 16. November 2010

KINO - HARRY POTTER U.D. HEILIGTÜMER DES TODES 1

wj Aurich. Es geht auf die Zielgerade. "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" heißt der siebte und letzte Band der Fantasyreihe um den alllseits beliebten und weltweit verehrten Zauberlehrling aus der Feder der britischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling. Die Leinwandversion des großen Finales wird sich allerdings noch einmal ganz schön in die Länge ziehen. Denn insgesamt gibt es davon zwei Teile. Der erste läuft in dieser Woche in unseren Kinos an.

Für Fans sicher o.k., insgesamt aber viel zu langatmig
(Kinostart am 18. November 2010. Trailer: Warner Bros.)

Dienstag, 9. November 2010

KINO - EINFACH ZU HABEN

wj Aurich. Bist du solo, will keine Sau etwas mit dir zu tun haben. Sobald du aber ein Date am Start hast, wirst du im Handumdrehen plötzlich auch für alle anderen zu einem interessanten Objekt der Begierde. Diese seltsame und bisweilen sogar leidvolle Erfahrung muss Emma Stone in der Teenager-Komödie "Einfach zu haben" machen.

Lohnt allein wegen der glänzenden Hauptdarstellerin
(Kinostart am 11. November 2010. Trailer: Sony)

Sonntag, 7. November 2010

Bülent Ceylan - Ganz schön turbülent

Ein positiver Beitrag zur Völkerverständigung
wj Aurich. Auf der einen Seite gelten Witze über Ausländer als unschicklich und rassistisch. Auf der anderen Seite wäre es aber mindestens genauso fatal, komplett darauf verzichten zu wollen, weil auch das als eine Form von Ausgrenzung aufgefasst werden könnte. Jemand, der sich in diesem Spannungsfeld bestens auskennt, ist der in Mannheim als Sohn einer deutschen Mutter und eines türkischen Vaters aufgewachsene Bülent Ceylan. Am vergangenen Freitag trat der mehrfach preisgekrönte Komödiant in der Auricher Sparkassenarena auf und machte dabei dem Motto seines aktuellen Programms „Ganz schön turbülent“ wirklich alle Ehre.

Sein persönliches Umfeld ist für Bülent Ceylan nach eigenem Bekunden ein ständiger Quell der Inspiration. Die Hosen im Hause Ceylan hat danach wohl eindeutig Mutter Hilde an. Vater Ahmet, der 1958 als Gastarbeiter nach Deutschland kam, trägt das vermeintliche Matriarchat allerdings mit südländischer Fassung und Gelassenheit. Während er es sich in der Hängematte gemütlich macht, darf seine Gattin eine mit Erde schwer beladene Schubkarre durch den Garten schieben. Das muss auch so sein. Schließlich handelt es sich um „Muttererde“, wie Ahmet achselzuckend feststellt. Neben den Eltern ist für Bülent außerdem sein sehr auf deutsche Tugenden bedachter Großvater prägend gewesen. Auf die Frage, was eigentlich genau typische deutsche Tugenden sind, pflegte der Opa stets zu antworten: „Das was Türken nicht können!“ Spannungen mit dem Vater waren da fast vorprogrammiert, und oft musste der kleine Bülent die Folgen ausbaden. Als er sich für Radrennen zu interessieren begann und der Opa ihm begeistert die Mannheimer Sportlegende Rudi Altig nahe zu bringen versuchte, musste Papa den armen Sohn erst einmal auf einem Maulesel durch die Gegend scheuchen, bloß damit er nicht auf dumme Gedanken kommen und sich womöglich „falsche“, weil hochgradig „untürkische“ Vorbilder aufbauen würde.

Was diese Doppelstrategie am Ende bei Bülent Ceylan angerichtet hat, wurde am Freitag besonders anhand einer Geschichte deutlich, in der der Komödiant eine Alltagssituation aus dem Supermarkt schilderte, die sicherlich viele von uns kennen. Man hat sich gerade einen Einkaufswagen gezogen und bemerkt, dass ein oder mehrere Vorgänger ihren Unrat wie zum Beispiel Zettel, Verpackung, Blätter und dergleichen darin haben liegen lassen. Statt es einfach in einen Papierkorb zu verfrachten, verfährt ein guter deutsche Kleinbürger wie folgt: Er packt das Zeug in den nächsten Einkaufswagen, damit sich nicht nur er, sondern auch andere sich darüber aufregen können. Bülent Ceylan trieb dieses Spielchen weiter auf die Spitze, indem er einen auf diese Weise von ihm verärgerten nachfolgenden Supermarktkunden dreist entgegnete: „Unverschämtheit! Das ist bestimmt wieder ein Türke gewesen.“

Solche permanenten Perspektivenwechsel sind kennzeichnend für das Programm des gebürtigen Mannheimers, auch wenn er in seine verschiedene Rollen schlüpft. Eine der von ihm verkörperten Charaktere ist der türkische Ladenbesitzer Aslan, der in seinem Geschäft absichtlich ein paar Glühbirnen herausgeschraubt hat, weil das Obst in der Auslage im schummrigem Dämmerlicht frischer aussieht. Warum seine Tochter ausgerechnet mit einem Ostdeutschen zusammen ist vermag er nicht nachzuvollziehen. Jedenfalls wird er nicht müde, über die „Ossis“ herzuziehen, wobei angesichts einiger seiner Aussagen selbst manch' erzkonservativer „Wessi“-Stammtisch glatt verstummen würde. Spätestens wenn er über den schreckliche sächsische Dialekt herzieht, wird das für Aslan jedoch zum Bumerang, da seine Aussprache ebenfalls alles andere als korrekt ist und er statt Spaß z.B. permanent „Schepass“ sagt.

Den Mannheimer Dialekt hat er Bülent Ceylan ganz nach dem Vorbild der Mama aber mindestens genauso exzellent drauf. Obwohl er sich zu seinen heimatlichen Wurzeln bekennt, hindert ihn dies keineswegs daran, ab und an sich und seine deutschen Landsleute ein bisschen auf die Schippe zu nehmen. So versuchte er am Freitag als Mannheimer Prolet Harald dem Auricher Publikum zu erklären, wie man durch mehr oder weniger geschicktes Schlackern der Beine vermeidet, sich am Hintern oder an anderen ähnlich verfänglichen Körperstellen zu kratzen. Die Sache hatte lediglich den kleinen Schönheitsfehler, dass die Schlackerbewegung erst recht auffällig und zum Brüllen komisch aussah. Immerhin erfuhren die Ostfriesen dadurch nebenbei, welches Wort die Mannheimer für „Pinkeln“ verwenden. Sie nennen das „Brunzen“. Die entsprechende plattdeutsche Vokabel „Miegen“ hat sich Bülent Ceylan seit Freitag auch angeeignet. Er ging nämlich im Verlaufe des Abends immer wieder auf Reaktionen und Aktionen der Zuschauer ein. In einem Falle unterbrach er sogar sein Programm, um abzuwarten, bis jemand von seinem Toilettengang zurück gekehrt war. Ceylan nahm den vom tosenden Applaus der Zuschauer zunächst sichtlich verblüfften Mann persönlich an der Eingangstür in Empfang und geleitete ihn an seinen Platz. Die Aktion hatte trotzdem nicht einen Hauch von Peinlichkeit an sich, wie überhaupt festzustellen war, dass der gesamte Abend rundum locker und unverkrampft ablief. Bülent Ceylan ist ein Mensch, der ausgesprochen authentisch und erfrischend ungekünstelt rüberkommt. Da kann man dann getrost über die ein oder andere Plattitüde hinwegsehen. Im Kern hat Ceylan die typischen Schwächen und Macken von Deutschen und Türken gleichermaßen gut getroffen und sie dabei so liebevoll verpackt, dass beide Seiten herzlich darüber ablachen können. Insofern ist sein Programm auch und gerade ein positiver Beitrag zur Völkerverständigung.
(Ostfriesische Nachrichten vom 08. November 2010)

Mittwoch, 3. November 2010

Lothar Englert - "Friesische Freiheit"

Egoistisches Machtstreben untergräbt Freiheit
wj Wallinghausen. „Die gefährlichsten Feinde der Friesen sind die Friesen selbst“ - dieser provokante Spruch ziert im Untertitel das neue Buch von Lothar Englert (auf dem Foto zusammen mit seiner Frau Therese). In seinem historischen Roman „Friesische Freiheit“ beschäftigt sich der Autor mit den politischen Geschehnissen in und um Ostfriesland im 14. Jahrhundert. Am Mittwoch, 3. November findet im Auricher Historischen Museum die Premierenlesung statt. Beginn ist um 19.30 Uhr.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 03. November 2010)

KINO - MACHETE

wj Aurich. Filme wie „From Dusk Till Dawn“(1996) oder „Sin City“ (2005) haben ihm längst Kultstatus beschert. Aktuell präsentiert Regisseur Robert Rodriguez mit „Machete“ seinen neuesten cineastischen Streich. Und auch der ist wieder nichts für schwache Nerven.

Brutalo-Action mit gelungenen B-Movie Reminiszenzen
(Vollständige Kritik in den Ostfriesischen Nachrichten vom 06. November 2010. Trailer: Sony Pictures)

Montag, 1. November 2010

"Status Quo" und "Spider Murphy Gang"

Schörkelloser Rock'n'Roll-Doppelpack
wj Emden. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Mit schnörkellos dargebotenem Rock bescherten die musikalischen Urgesteine „Spider Murphy Gang“ aus Bayern und „Status Quo“ aus England rund 3000 Zuschauern am Sonnabend in der Emder Nordseehalle eine rauschende Rock'n'Roll-Party. Die ostfriesischen Fans kamen dabei in den Genuss jeder Menge bekannter Hits, deren Refrains sie oft selber aktiv mitgestalten durften.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 01. November 2010)

Historische Dampflok 41 360

Sonnabend mit Diesel, Sonntag mit Dampf
wj Aurich/Emden. Eine historische Dampflok brachte am Sonntag. 31.Oktober rund 200 Passagiere auf der Schiene wohlbehalten von Emden nach Aurich. Tags zuvor hatte auf der selben Strecke eine Diesellokomotive einspringen müssen. Die Dampflok war aufgrund eines Schadens am Kompressor in Rheine liegen geblieben. Nichtsdestotrotz nutzten auch am Sonnabend rund 200 Passagiere die seltene Möglichkeit, einmal mit dem Zug von Emden nach Aurich - und gegebenenfalls wieder zurück nach Emden – fahren zu dürfen.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 01. November 2010)

MUSICAL - "Tempus fugit"

Was ist Zeit und wie kann man sie fassen?
wj Aurich. Mit Superlativen soll man ja vorsichtig umgehen. Allerdings hat sich das Musical „Tempus Fugit“, das am vergangenem Sonnabend in der Auricher Stadthalle Premiere feierte, ohne jegliche Übertreibung das Prädikat „Mammutprojekt“ vollauf verdient. In zwei Jahren haben mehr als 100 Personen unterschiedlichster Generationen und Institutionen daran gearbeitet. Und auch wenn am Ende rein inhaltlich gesehen mehr Fragen als Antworten geblieben sind, darf man das Projekt nichtsdestotrotz getrost als gelungen bezeichnen.
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 01. November 2010)

BÜHNE - "Holl di still!"

Viel Gerede um schweigsames Kind
wj Aurich. Wer Verwandte hat, braucht keine Feinde. Diese Erkenntnis steckt auch in dem satirischen Volksstück „Schweig, Bub!“ von Fitzgerald Kusz. Eine aufgefrischte plattdeutsche Version mit dem Titel „Holl di still“ unter der Regie von Wilhelm Arends steht aktuell auf dem Spielplan des Niederdeutschen Theaters Aurich. Am vergangenen Freitag war Premiere im „Ostfrieslandhaus“. 
(Vollständiger Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 01. November 2010)