Dienstag, 29. März 2011

INTERVIEW mit Wolfgang Niedecken

"Eine Rock'n'Roll-Band gehört auf die Straße"
wj Aurich. Er ist mit Leib und Seele Kölner und Rock'n'Roller. Also hat Wolfgang Niedecken beides kombiniert und dürfte diese Entscheidung bis heute nicht bereut haben. Am 30. März 2011 feiert der Frontmann und Gründer der Kölschrock-Formation „BAP“ seinen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlass erinnert er sich im folgenden Interview noch einmal an wichtige Stationen seiner Karriere.

Frage: Wie bewerten Sie das Phänomen, dass Sie heute immer noch auf Kölsch singen?
Wolfgang Niedecken: Das ist auch für mich nach wie vor ein Phänomen, wenn man bedenkt, dass wir das jetzt schon über 30 Jahre machen. Auf der einen Seite ist für mich immer klar gewesen, dass ich an meiner Muttersprache festhalten möchte. Auf der anderen Seite ist mir genauso klar, dass wir Teile des Publikums damit gar nicht erst erreichen, weil die sich nicht die Mühe machen wollen, dahinter zu kommen, was die Texte aussagen. Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile. Sicher hätte man die Texte auch mal ändern können ins Hochdeutsche. Nur glaube ich, in dem Falle wäre uns etwas von unserer Authentizität flöten gegangen. Wir wären vielleicht austauschbar geworden. Vor allem hätte ich mich da nicht mehr wohl gefühlt. Außerdem ist „BAP“ keine Band, die gegründet wurde, um Erfolg zu haben. Man musste uns regelrecht überreden aufzutreten.

Frage:. Inwiefern überreden?
Niedecken: Am Anfang waren wir eine Band, die in ständig wechselnden Besetzungen einmal in der Woche im Proberaum spielte. Weiter nichts. Wir hatten nicht einmal einen vernünftigen Namen. Als man uns zum ersten Auftritt überredet hatte, musste auf die Schnelle ein Name her. „BAP“ war im Prinzip eine reine Notlösung.
(Vollständiges Interview in der Syker Kreiszeitung vom 9. April 2011)

Mittwoch, 16. März 2011

KINO - ICH BIN NUMMER VIER

wj Aurich. In dem neuesten Science-Fiction-Streifen „Ich bin Nummer vier“ von Regisseur D.J Caruso („Eagle Eye – Außer Kontrolle“) spielt Alex Pettyfer („Stormbreaker“, „Wild Child“) den Teenager John. Das heißt, um einen so ganz gewöhnlichen Teenager handelt es sich bei ihm dann doch nicht. In Wahrheit ist John nämlich ein Außerirdischer, dessen Heimatplanet zerstört wurde. Mit acht weiteren Kindern, die die Katastrophe überlebt haben, konnte er auf der Erde in Sicherheit gebracht werden. Aber die skrupellosen Feinde bleiben den Flüchtigen auf den Fersen. Drei von ihnen sind bereits tot. Und John ist die Nummer vier auf der Liste....

Dumpfes Action-Feuerwerk zu reichlich platter Story
(Kinostart: 17. März 2011. Trailer: Dreamworks)

Freitag, 11. März 2011

INTERVIEW mit Marian Gold (Alphaville)

"Synthie-Pop als experimentelle Notlösung"
wj Aurich. Bis heute werden ihre Hits regelmäßig im Radio rauf- und runter gespielt. Bereits mit der ersten Single "Big in Japan“ und dem Debütalbum "Forever Young“ gelangen "Alphaville“ in den 80er Jahren echte Meilensteine der Pop-Geschichte. 2010 hat die Gruppe mit ´"Catching Rays on Giant“ nach längerer Zeit wieder ein neues Studiowerk vorgelegt, das sie ab März 2011 auf einer Live-Tour präsentieren. Tourstart ist am 15. März 2011 in der Auricher Stadthalle. Aus diesem Anlass stand „Alphaville“-Frontmann Marian Gold (siehe Foto) im folgenden Interview Rede und Antwort (Foto: ASS Concert).

Frage: Zu der Zeit als "Alphaville“ gegründet wurde, war da statt Synthie-Pop nicht eher Gitarren-Rock angesagt?
Marian Gold: Vor allem in Herford, wo ich geboren bin. Das war schon Ende der 70er Jahre in Ostwestfalen die Hochburg der Punks. Da waren tatsächlich in erster Linie Gitarrenklänge voll angesagt. Eines der unglaublichsten Konzerte, das mir aus dieser Zeit am nachhaltig in Erinnerung geblieben ist, fällt auch in diese Schiene. Das war ein Auftritt von den "Dead Kennedys“ im "SO 36“ in Berlin.

Frage: Wie und warum hat es "Alphaville“ ausgerechnet nach Münster verschlagen?
Gold: Ende der 70er Jahre waren viele Musiker aus Westdeutschland in Berlin unterwegs und haben dort quasi ihre eigenen regionalen Kolonien gebildet. Ich bin so Ende 81, Anfang 82 mit Leuten aus Münster nach West-Berlin gezogen. Wir hatten eine Kommune, in der außer Musikern auch Maler, Fotografen und andere Künstler mitgemischt haben. Auf die Dauer fanden wir in Berlin keine Bleibe, wo wir alle zusammen hätten preisgünstig wohnen und arbeiten können. Zum Glück besaß die Oma von einem unserer Mitbewohner Mietshäuser in Münster. Da wurde irgendwann eins frei, in das wir reinkonnten. Das war der Hauptgrund, warum wir von Berlin aus nach Münster gezogen sind. Ursprünglich ist "Alphaville“ aus dieser Konstellation hervorgegangen. Allerdings haben wir uns als Gruppe ziemlich schnell emanzipiert, weil wir gleich mit unserem ersten Album unsere eigenen künstlerischen Wege verfolgt haben. Aber noch bis ungefähr Ende der 80er Jahre waren wir ein Teil dieser Kommune.

Frage: War von Anfang an geplant, Synthie-Pop zu spielen?
Gold: Das hat sich aus einem bestimmten Grund sofort ergeben.
(Emder Zeitung, 11. März 2011, kompletter Artikel als PDF-Download)

Donnerstag, 10. März 2011

ENNO BUNGER im JuZ Aurich

Gepflegter Indie-Pop made in Ostfriesland
wj Aurich. Ganz kurzfristig hat sich das Auricher Jugendzentrum "Schlachthof“ für sein nächstes Konzertevent noch einen zusätzlichen Act gesichert. Und der ist wahrlich nicht von schlechten Eltern. Mit von der Partie sein wird nämlich die ostfriesische Indie-Pop-Formation "Enno Bunger“. Die beiden anderen für den Termin bereits angekündigten Bands "The Pollywogs“ (melodischer Punk-Rock aus Bergisch-Gladbach) und die Auricher Jungens von "Start for Erysia“ (Alternative-DE-Rock) werden ebenfalls spielen. Los geht’s am Freitag, 18. März ab 21 Uhr. Weitere Infos unter www.juz-aurich.de.

KINO - ALLES ERLAUBT

wj Aurich. In ihrer neuen Komödie "Alles erlaubt – eine Woche ohne Regeln“ servieren uns Bobby und Peter Farrelly ("Verrückt nach Mary“) ein auf den ersten Blick etwas kurioses Rezept, um frischen Wind in eingefahrene Beziehungen zu bringen. Jenna Fischer und Christina Applegate spielen zwei gefrustete Ehefrauen, die ihren Gatten (Owen Wilson und Jason Sudeikis) ein für alle Mal abgewöhnen wollen, dauernd andern Frauen hinterher zu gaffen. Ihr Plan: Die Männer sollen eine Woche lang tun und lassen können, was sie wollen. Allerdings gilt dieser Freibrief genauso für die beiden Ehefrauen…

Midlife-Crises auf extrem kindischem Niveau verarbeitet
(Kinostart: 10. März 2011. Trailer: Warner Bros.)
Kino-Finder: Wo läuft dieser Film?

Freitag, 4. März 2011

OMAS TEICH - "Editors" Headliner 2011

"Editors", "Wir Sind Helden" und "Go! Team" kommen
wj Großefehn. Drei weitere Gruppen, die beim nächsten „Omas Teich Festival“ auftreten werden, sind jetzt bestätigt worden. Dabei handelt es sich um die britische Indie-Band „Editors“, die Berliner Formation „Wir Sind Helden“ sowie das Elektro-Ensemble „The Go! Team“ aus Brighton. Das „Omas Teich Festival“ in Großefehn wird in diesem Jahr am 29. und 30 Juli 2011 stattfinden.


Die „Editors“ wurden 2003 in Birmingham gegründet. Gleich mit seiner ersten Single „Bullets“ schaffte das Quartett den Sprung in die britischen Charts. Das Debütalbum „The Black Room“ (2005)  kletterte dann bis auf den zweiten Rang der heimischen Hitparade. Für die beiden nachfolgenden Alben „An End Has a Start“ (2007) und „In This Light and on This Evening (2009) lief es sogar noch besser. Die erklommen nämlich jeweils die Spitzenposition der britischen Charts und erreichten auch international (u.a. in Australien, Frankreich, Portugal) respektable Platzierungen. Stilistisch erinnern die „Editors“ nicht zuletzt dank der markanten Bariton-Stimme von Sänger Tom Smith ein bisschen an Wave-Bands wie „Joy Division“, „Echo & the Bunnymen“ oder die frühen „R.E.M“, auf deren „Accelerate“-Tour die „Editors“ auch  2008 zeitweilig als Vorgruppe auftraten.

„Wir Sind Helden“ sind im Jahre 2000 ursprünglich in Hamburg aus der Taufe gehoben worden. Bald danach siedelte das Quartett um Frontfrau Judith Holofernes nach Berlin über. Bereits ihr erstes Album „Die Reklamation“ (2003) hielt sich insgesamt 94 Wochen in den deutschen Charts und kam dort bis auf Rang zwei. Im Sog dieses Überraschungserfolges konnten sich in der Folgezeit eine Reihe weiterer deutschsprachiger Rock- und Pop-Gruppen etablieren. Inzwischen haben „Wir Sind Helden“ drei weitere Alben veröffentlicht, die nicht nur in Deutschland sondern auch in Österreich und in der Schweiz vordere Platzierungen in den Hitparaden erreichten. Das aktuelle Studioalbum „Bring mich nach Hause“ ist im August 2010 erschienen.

„The Go! Team“ dürfte vor allem die Fans von abgefahrenem Elektro-Rock begeistern. Das Sextett aus dem britischen Brighton bietet eine wilde Mischung aus klassischem HipHop, 70er-Jahre-Funk, skurrilen Samples und kernigen Gitarrenriffs. Live ist die Truppe immer für Überraschungen gut. Die meistens ihrer Stücke pflegen auf der Bühne nämlich eine ganz eigene und nicht selten von den Original-Studioaufnahmen abweichende Dynamik zu entwickeln.

Alle Infos zum Festival siehe  www.omas-teich.de

Donnerstag, 3. März 2011

INTERVIEW mit Florian Silbereisen

"Für mich gibt es nur gute oder schlechte Musik"
wj Aurich. Was er mit seinen noch nicht einmal 30 Jahren schon alles erreicht hat, das würde manchen anderen für ein ganzes Leben genügen. Trotzdem denkt Florian Silbereisen gar nicht daran, sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Ab Februar 2011 geht der sympathische Entertainer wieder mit vielen hochkarätigen internationalen und deutschen Superstars auf Tournee. Das Frühlingsfest der Volksmusik wird unter anderem auch in Aurich (4. März 2011, Sparkassen Arena), Bremen (5. März 2011, Messehalle 7) und Münster (10. März 2011, Halle Münsterland) Station machen. Aus diesem Anlass stand Florian Silbereisen im folgenden Interview Rede und Antwort.

Frage: Herr Silbereisen, Sie sind Jahrgang 1981. Hätten Sie in Ihrer Jugend nicht Techno-Musik, Grunge-Rock oder etwas in der Art hören müssen?
Florian Silbereisen: Selbstverständlich habe ich mir in der Schule mit meinen Kumpels auch das angehört, was in den Charts lief. Allerdings ist bei uns zu Hause von jeher musiziert worden. Dadurch habe ich alle möglichen Musikrichtungen kennen gelernt. Für mich persönlich habe ich dabei festgestellt, dass es nur zwei Arten von Musik gibt - gute oder schlechte. Ich mache und höre gerne gute Musik.

Frage: Besaßen Sie schon als Kind Entertainer-Qualitäten?
Silbereisen: Ich habe viele verschiedene Instrumente gespielt und dafür auch schon als Kind einige Preise bekommen. Ich denke, ich bin sehr begabt gewesen, habe aber auch immer fleißig geübt. Das war für mich einfach eine tolle Geschichte, einerseits im Jazz-Club als Schlagzeuger zu agieren und parallel dazu mit meiner Harmonika im Trachtenvereinen traditionelle Sachen zu spielen. Irgendwann habe ich entdeckt, dass es mir gefällt, Zuschauer und Menschen zu unterhalten. Deswegen habe ich versucht, mich in diesem Bereich weiter zu entwickeln.

Frage: Wie kam Ihr erster Auftritt 1991 im „Musikantenstadl“ zustande?
(Emder Zeitung, 04. März 2011. Foto: Brosch, komplettes Interview als PDF-Download)

Mittwoch, 2. März 2011

KINO - RANGO

wj Aurich. Ein Chamäleon ist der Held des neuen Films von Gore Verbinsky ("Pirates of the Caribean“). Das Tier lebt zunächst wohlbehütet in seinem Terrarium und gerät dann unverhofft in die Western-Stadt "Dirt", wo Gauner und Banditen den Ton angeben. Als "Rango" schwingt sich das Chamäleon schließlich sogar zum Sheriff auf. Fragt sich bloß, ob das wirklich eine gute Idee ist. Immerhin war sämtlichen bisherigen Gesetzeshütern in "Dirt" eine recht kurze Amtszeit beschieden.....

Köstliche Persiflage auf Italo-Western-Klischees
(Kinostart: 03. März 2011. Trailer: Paramount Pictures)
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