Sonntag, 24. September 2017

INTERVIEW mit Carl Carlton

Vom Schiffsjungen zum Rock'n'Roll Weltenbummler
Eigentlich hört er auf den herrlich norddeutschen Namen Karl Buskohl. Innerhalb der Rockmusik-Szene kennt man ihn allerdings besser als Carl Carlton. Ronnie Wood, Robert Palmer, Levon Helm, Peter Maffay und Udo Lindenberg sind nur ein paar der zahllosen großen Namen, mit denen der gebürtige Ostfriese erfolgreich zusammen gearbeitet hat. Nach der Unplugged-Tour mit Marius Müller-Westernhagen ist Carl Carlton demnächst auch wieder mit seinem eigenen Programm „From Tobacco Road To Graceland“ unterwegs und wird dabei am 2. Dezember in der Auricher Stadthalle Station machen. Im folgenden Interview lässt er noch einmal die wichtigsten Stationen seiner ereignisreichen Karriere Revue passieren.

Frage: Sie sind in den 50er und 60er Jahren im tiefsten Ostfriesland aufgewachsen. Kam man dort damals überhaupt mit Rock'n'Roll in Berührung?
Carl Carlton: Ich bin von einer Musikbox in einer Kneipe in Ihrhove angefixt worden. Dort sind wir immer hin, nachdem wir das Vieh vom Bauernhof meiner Eltern am Bahnhof verladen hatten. Mein Vater spielte Skat und ich bekam von ihm ein paar Groschen für die Musikbox in die Hand gedrückt. Der Wirt war ein Zugereister, der außer dem damals gängigen Schlagerkram von Gitte oder Rex Gildo auch Platten mit Rock'n'Roll, schwarzer Musik und von den „Beatles“ hatte. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich zum ersten Mal „Boom Boom“ von John Lee Hooker hörte und mich fragte, wo das denn herkommt. An den Bauern in der Kneipe ging das total vorbei. Ich habe zunächst auch nicht richtig begriffen, was Blues oder Rock'n'Roll ist. Aber der „Sound“ dieser Musik, der hat mich von Anfang an fasziniert.

Frage: Was war der Auslöser, selber Musik zu machen?
Carlton: Das kam mit der Beat-Welle in den 60ern, wobei die „Beatles“ schnell passé waren, als die „Rolling Stones“ auftauchten. Auch ich wurde „Stones“-Fan, was insofern ganz toll war, weil deren Wurzeln im Blues und im Rock'n'Roll lagen. Dazu brauchtest du bloß die wenigen Medien, die sich damals mit so was beschäftigten haben, näher zu studieren. Ich habe häufig holländisches Radio über Kurzwelle gehört. Für mich stand schon früh fest, dass ich unbedingt Gitarre lernen wollte. Zu Weihnachten 1965 habe ich dann tatsächlich eine geschenkt bekommen.
Ausführliches Interview im Sonntagsblatt vom 24.September 2017
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